Editieren klingt nicht so sexy wie zum Beispiel „Abbey Road Trick“ oder „New York Kompression“. Aber gerade das Editieren kann den Sound einer Bandaufnahme erheblich professioneller und damit besser klingen lassen als eine namenhafte und potentiell überbewertete Kompressionsmethode. Nachteil vom Editieren: Es kostet Zeit, viel Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für Musik!

Editieren für den Frieden

Gerade bei nicht ganz so eingespielten Bands, die ihre Aufnahmen aber bestmöglich klingen lassen wollen, ist das Editieren der Schritt der dem Mix vorweg gehen sollte. Und damit sind sowohl Timing- als auch Tuning-Probleme gemeint. Timing, wenn die einzelnen Musiker an der ein oder anderen Stelle nicht ganz so sauber zusammen gespielt haben. Tuning, wenn dem Sänger oder Sängerin (oder auch mal dem Gitarristen) mal ein Ton verrutscht ist.

Lieber authentisch oder lieber gut?

Jetzt könnte man als Gegenargument ins Feld schieben, dass es eh schon genug Songs da draußen gibt, die mit allen Mitteln auf Hochglanz getrimmt wurden. Außerdem klingt es auch echter und ehrlicher, wenn es hier und da mal ein wenig rumpelt und schief klingt. Und beides ist richtig und völlig akzeptabel. Mir geht es aber auch gar nicht um eine Komplett-Renovierung wie im Gesicht von Cher. Vielmehr sind es gezielte kleine Eingriffe, die das Ganze noch ein bisschen besser klingen lassen, ohne dass es groß auffällt!

Editieren in der DAW

Bei meiner Beispiel-Aufnahme soll ein sehr prominentes Break der Band noch ein wenig besser klingen. Da es ein funkiger Soul-Song ist, müssen dementsprechend alle Instrumente zusammen und auf den Punkt spielen. Hier kann man verhältnismäßig einfach korrigieren, indem man einzelne Noten der Instrumente freischneidet, verschiebt und das auf alle betroffenen Instrumente anwendet.

Timing optimieren mit Editieren

Als Orientierung nehme ich die Bassdrum, an der sich alle anderen Instrumente orientieren sollen. Die gezielten, kurzen und knackigen Einsätze von Bass, Gitarren und Bläsern werden nun freigeschnitten und so verschoben, dass sie möglichst gut mit de Bassdrum zusammen klingen. Anschließend noch die Einzelnoten mit Fade-In / Fade-Out und Cross-Fade (mehr Infos dazu hier) versäubern – ét voila! Ja, das ist eine Fleißaufgabe, aber das Ergebnis kann sich definitiv noch besser hören lassen als das Original!

Gilt auch für Rap- oder Background-Vocals

Gerade bei Dopplungen, wie sie entweder bei Background-Chören oder gedoppelten Rap-Vocals sehr häufig vorkommen, kann das Editieren noch mal den entscheidenden Schritt in die professionellere Richtung bedeuten. Hier sollten die ersten Korrekturen das reine Timing betreffen (wie oben gezeigt), im zweiten Schritt sollte man aber bei Bedarf dringend auch das Tuning, also die korrekten Tonhöhen der einzelnen Sänger im Blick behalten. Lieber einen Ton sanft in die richtige Richtung schieben, als sich später über einen schiefen Chor zu ärgern, der sich dadurch einfach nicht richtig in den Gesamt-Sound integrieren lassen will!

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