Ein Begriff, der so alt zu sein scheint wie es Mischpulte im Tonstudio gibt: Pre Fader Metering! Aber was genau verbirgt sich dahinter? Und noch wichtiger: Wird mein Mix besser, wenn ich es benutze? Fragen über Fragen für deren Beantwortung ich heute mit Sicherheit auch mal Deine Meinung benötige!

Was ist Pre Fader Metering?

Wenn man den Fachausdruck erst mal ganz plump “übersetzt” kommt man schnell zum Kern des Begriffst: “Vor dem Schieberegler Pegelanzeige”! Es geht also darum, dass die Pegelanzeige (englisch Level-Meter) einem den Pegel des Signals vor dem Lautstärkeregler (Fader) anzeigt. Das hat den Vorteil, dass ich den tatsächlichen Pegel des Signals im Kanal immer sauber ablesen kann, egal wie der Fader steht. Denn beim Post Fader Metering (genau das Gegenteil) wird der angezeigte Pegel je nach Faderstand lauter oder leiser angezeigt, als er im Kanal tatsächlich ist.

Stellt sich nur die Frage: Warum ist das wichtig oder sogar spektakulär? Immerhin hat Presonus seiner DAW Studio One erst mit der Version 4.5 dieses Feature verpasst. Die Nutzer scheinen es also nicht vermisst zu haben.

Pre Fader Metering beim Aufnehmen

Bei der Aufnahme ist es wichtig zu wissen, wie “heiß” das Signal in die DAW kommt. Wenn man also bei der Aufnahme aus Versehen den Fader auf -10 db stellt und die Anzeige auf  Post Fader Metering steht, könnte die Anzeige einem Signalisieren, dass der Aufnahme-Pegel mit kurz unter 0 db noch völlig Ok ist. Er ist ja noch nicht im roten Bereich! Stünde die Anzeige auf Pre Fader Metering könnte man aber sofort erkennen, dass das Signal mit nahezu 10 db über 0 reinkommt und damit höchstwahrscheinlich unbrauchbar ist. Sehr praktisch und damit auch sinnvoll.

Pre Fader Metering beim Abmischen

Beim Abmischen sieht das Ganze etwas anders aus, da man ja idealerweise schon mit vernünftigem Pegel aufgenommen hat. Nun sollte die Anzeige also wiedergeben, mit welchem Pegel man auf den nachfolgenden Bus geht (Post Fader Metering). Stimmt. Aber auf der anderen Seite stimmt es auch nicht. Denn Pre Fader Metering zeigt einem zum Beispiel auch an, ob überhaupt  etwas auf dem Kanal stattfindet, selbst wen der Fader auf minus unendlich und damit auf stumm steht.

Pre Fader Metering im modernen DAW-Alltag

Stellt sich nur die Frage, ob das heutzutage wirklich noch wichtig ist, oder eher ein Relikt aus alten Tagen? Denn “in the old analog days” hatten nahezu alle Profis ihre Mischer auf Pre Fader Metering, (also PFM) stehen um ihre einzelnen Kanäle im Pult nicht zu übersteuern. In unserer heutigen 64-bit-DAW-Zeit ist zu viel Pegel im Kanal allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr relevant. Die DAWs haben aufgrund ihrer hohen Bit-Tiefe bei der internen Berechnung so viel Headroom – also Übersteuerungsreserve – dass die einzelnen Kanäle selbst bei einer +10 db-Anzeige nicht übersteuert klingen.

Einzig auf dem MasterBus muss man noch aufpassen, dass man nicht über 0 dbFS (FS steht für Full Scale, also gemittelt über das volle Frequenzspektrum) kommt. Beim Abhören selbst kann uns das noch herzlich egal sein. Aber irgendwann exportiert man den Song und dann klingt der Export definitiv übersteuert, da bei Audio-Dateien – egal ob mp3, wav oder aiff – spätestens bei 0 dbFS Schluss ist und alles, was darüber hinaus zu gehen droht einfach rigoros abgeschnitten wird und daher digital verzerrt.

Eingangspegel von PlugIns überprüfen

Zudem kann man mit PFM überprüfen, ob der Pegel im Kanal eventuell etwas zu heiß aus einem PlugIn kommt. Denn PlugIns, die keinen Eingangspegel anzeigen, können ja nicht mitteilen, ob sie eventuell mit einem zu heißen Signal (zu hoher Pegel) gefüttert werden. Mithilfe von PFM kann man das aber durchaus überprüfen. Einfach alle PlugIns deaktivieren und nun einzeln wieder aktivieren. Steigt der Pegel im Pre Fade Metering nach dem aktivieren eines PlugIns in den roten Bereich, sollte man den Ausgangspegel des PlugIns definitiv zurückschrauben. Das kann bei normalen Plugins eventuell irrelevant sein, aber spätestens bei digitalen Nachbildungen analoger Vorbilder ist der richtige Eingangspegel im PlugIn tatsächlich wichtig!

Mischt man besser mit Pre Fader Metering?

Besser ist immer auch eine subjektive Wahrnehmung. Sber sagen wir ml so: Mit Pre Fader Metering hat man zumindest ein weiteres Kontroll-Werkzeug, mit dem man seinen Mix und einzelne Signae im Mix bestens auf Übersteuerungen überprüfen kann. Ob das für Dich wichtog ist kann ich nichgt sagen. Ich werde es defintiv für die nächste Zeit in meine Arbeitsweise integrieren und dann in einpaar Wochen noch mal bewerten, was es mir gebrachthat (oder auch nicht). Also “stay tuned” 🙂

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