Die Snare (altdeutsch Marschtrommel)  richtig abzumischen ist sicher ein wichtiger Faktor für alle Songs in nahezu jeder Musikrichtung. Mit dem richtigen Sound und Drive kann sie dem Beat und damit dem Song den nötigen Schub verleihen. Oder anders herum: Ist die Snare zu dünn oder mit dem falschen Sound versehen geht dem Backbeat und damit dem Song sehr schnell die „Groove“-Luft aus. Zum Glück kann man der Snare in einer modernen DAW mittlerweile recht unkompliziert auf die Sprünge helfen. 

Fette Snare mit Samples

Eine Möglichkeit sind natürlich Samples.  Diese benötigen allerdings in den meisten Fällen ein kostenpflichtiges PlugIn wie zum Beispiel Slate Trigger, SPL Drum Exchange und vergleichbare. In Studio One kann man sogar kostenlos mit dem Noise Gate als Trigger-Tool arbeiten. Wie das genau geht kannst du HIER NACHLESEN! Des Weiteren bleibt der Charakter der ursprünglichen Snare in der Regel nicht wirklich erhalten.

Fette Snare mit Rauschen

Es geht aber auch ohne, denn nicht jeder hat Unmengen an Drum-Samples herumfliegen oder möchte aus Prinzip auf Samples verzichten, um den Grundsound des Originals zu erhalten. Am Ende soll die zu dünne Funk-Snare ja nur fetter und vielleicht auch ein wenig länger klingen, nicht aber wie eine völlig andere Trommel. Und das geht prima mithilfe eines Rauschgenerators. Und mit einem NoiseGate.

Berauschendes Ergebnis

Wir benötigen erst mal zusätzlich zur Snare eine neue Audio-Spur mit einen PlugIn-Rauschgenerator, wie zum Beispiel dem „Test Oscillator“ in Logic Pro X. Alternativ geht auch der kostenlose MNoise Generator (hier für den MNoise Generator klicken). Bei beiden wählt man je nach Geschmack entweder weißes oder rosa Rauschen (white noise oder pink noise). 

Weißes oder rosa Rauschen erzeugen

Weißes Rauschen mit dem Test Oscillator von Logic Pro X

Dem Rauschgenerator folgt nun ein NoiseGate, das allerdings nicht von selbst, sondern per SideChain von der Snare geöffnet werden soll. Spielt diese, öffnet damit auch das Gate und lässt das Rauschen für einen kurzen Moment durch. 

Attack, Hold und Release

Für den passenden Sound muss man nun noch das Ansprechverhalten vom Noise Gate optimieren. Mit Attack steuert man, wie schnell das Gate öffnet. Schnelles Attack entspricht einem knackigen Sound, langsames Attack eher einem „Reingleiten“ des Sounds. Für die Snare wählt man also das schnellste Attack. 

Mit Hold steuert man, wie lange das Gate offen bleiben soll. Eine Snare ist ein recht kurzer Impuls, daher sollte eine Öffnungszeit von 40 – 60 ms passend sein. 

Die Release-Zeit regelt wie lange das Noise Gate zum Schließen benötigt. Eine kurze Release-Zeit bedeutet wieder einen sehr knackigen, aber unorganischen Sound. Ein langsamerer Wert klingt entweder wie natürlicher Ausklang oder bei noch längeren Werten schon fast wie ein Nachhall. Und damit kann man wunderbar spielen, wie du auch im aktuellen Video sehen und hören kannst.

Match me if you can

Dieses gesteuerte und geregelte Rauschen kann man nun zur Snare je nach Geschmack zumischen und dabei vor allem wunderbar mit der Lautstärke und dem Release beim Gate spielen. Rauschen als solches ist allerdings ein sehr breitbandiges Signal. Besser wäre es also, wenn der Sound des Rauschens auch zum Snare-Sound passen würde. Und genau das geht mit einem MatchEQ. 

Das Funktions- und Anwendungs-Prinzip habe ich schon mal HIER ERKLÄRT! Wenn man  die Snare als Referenz im Match-EQ benutzt, kann man das Frequenzbild derselben auf das Rauschen übertragen. Damit klingt das Rauschen frequenztechnisch sehr ähnlich und passt damit noch viel besser als vorher. Um den Gesamtsound nun noch fetter zu machen, lässt man einfach per EQ ein wenig mehr Rauschen in den Tiefmitten (100 – 200 hz) durch, soll sie länger klingen verlängert man die Release-Zeit im Noise Gate.

https://youtu.be/k4HRZTr5ZGI

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