Mix-Praxis
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Meine Mix-Strategien | Adventskalender #24

Über Mix-Strategien, also wie man einen Mix angeht, kann man sicherlich viel schreiben. Und jeder wird seinen individuellen Ansatz hierfür haben. Aber hin und wieder ist es interessant mal den Weg eines Kollegen zu sehen. Sei es, um festzustellen, dass man doch nicht so allein ist mit seinen Vorstellungen. Oder um vielleicht mal die Scheuklappen abzunehmen und mal wieder nach links und rechts zu schauen. Oder aber um als Anfänger überhaupt mal einen Anfangspunkt oder eine erste Leitlinie zu haben, von der aus man beginnen kann seinen eigene Weg zu finden.

Alle Wege führen nach Rom

Für mich sind es im Prinzip zwei Szenarien, unter denen ich einen Mix angehe:

  1. Ich schreibe einen Song, nehme ihn auf und produziere und mixe ihn im Prozess der Produktion gleich mit.
  2. Ich bekomme rohe Stems und mische den Song von Grund auf neu.


Baby you´re my Number One

Bei Nummer eins ist es recht einfach für mich: Jedes Instrument, das ich aufnehme, mische ich sofort in den Kontext und das Bild des fertigen Songs wächst, während ich Spur um Spur und Instrument um Instrument hinzufüge. Work in progress im besten Sinne. Ich nehme also ein Schlagzeug auf und mische es. Dann den Bass und mische ihn passend hinzu. Dann Gitarren, oder den Gesang und/oder Keyboards und so weiter. Der Song wächst immer weiter, bis er fertig und damit gleichzeitig fertig gemischt ist.

Alles noch mal auf Anfang

Weg Nummer 2 ist frei vom Aufnahmeprozess, d.h. alle Spuren liegen vor und müssen nur noch ins rechte Bild gesetzt werden. Ich starte also mit den Drums bis sie gut klingen, addiere den Bass und dann entscheide ich mich, ob ich den gleichen Weg wie in Beispiel 1 gehe und mich Stück für Stück vorarbeite, bis ich bei den Vocals als letztem Instrument  ankomme, oder ich ergänze nach Drums und Bass erst die Vocals und füge anschließend die restlichen Instrumente ein, bis es alles passt.

Was nicht passt, wird passend gemacht

In jedem Fall hilft es, den Mix im letzten Refrain zu starten, da hier die meisten Instrumente spielen und wenn ich die alle zusammengemischt habe, ist der Rest vom Song auch schon zu 80 Prozent gemischt. Für alle weiteren Teile des Songs sind meist nur noch leichte Anpassungen und Automationen gefragt, die sowohl dem Abwechslungsreichtum  als auch der Dynamik des Songs helfen diesen interessant für den Zuhörer zu gestalten.

2 Kommentare

  1. Ich gehe im Prinzip genauso vor, dass ich erst die Drums mische, und dann nach und nach Bass, Gitarren usw. einfüge. Das Problem, dass ich manchmal sehe, ist, dass das erste gemischte Instrument (in unserem Fall also die Drums) zum wichtigsten und natürlichsten Part des Liedes wird. Man mischt es so dass es für sich gut klingt. Die nachfolgenden Instrumente müssen sich dem dann anpassen und erfordern immer mehr Bearbeitung. Im Extremfall muss das letzte Instrument so sehr bearbeitet werden dass es passt, bis es kaum noch natürlich klingt.
    Eine Alternative wäre es, anfangs die Spuren nach Wichtigkeit für den jeweiligen Song zu sortieren und in der Reihenfolge dann zu mischen.
    Einige belassen die Spuren auch in der gegebenen Lautstärke und passen dann quasi gleichzeitig alles an. Funktioniert für mich überhaupt nicht 😛 Ich setze eigentlich zu Beginn immer alles auf 0.

    Viele Grüße,
    Tobi von Aeosphera.de

  2. MdM_Administrator sagt

    Nee, das Letztere funktioniert für mich auch überhaupt nicht. Ich muss immer pro Instrument vorgehen, wobei ich mir gerade mal vorgenommen habe, demnächst tatsächlich mal nach Relevanz zu mischen, um einfach mal einen neuen Mix-Ansatz auszuprobieren!

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