Der Kompressor ist eins von vier kaum verzichtbaren Hilfsmitteln bei der Anfertigung eines modernen Mixes. Zur Bedienung des Kompressors gehören neben Threshold, Ratio und MakeUp-Gain (oder auch nur Gain) auch die Regler Attack und Release. Während aber Threshold, Ratio und MakeUp-Gain eher technischen Einfluss auf den Klang des komprimierten Signals haben, wirken sich Attack und Release direkt auf das Klangverhalten des zu komprimierenden Signals aus, aber wie? Du kannst Dir die Soundbeispiele für diesen Artikel übrigens über Deinen BASIS- oder PREMIUM-Bereich unter diesem Link herunterladen:

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Wie klingen Attack und Release?

Eine goldene Regel beim Abmischen lautet, dass man jede Faderbewegung, jedes PlugIn und jede Automation nur mit einem guten Grund anwenden soll. Also Sachen zu machen, nur weil man das mal irgendwo (zum Beispiel im Recording-Blog?!) so gesehen hat oder weil man meint, dass man das halt so macht sollte nicht der Antrieb sein. Nun die Preisfrage: Kannst Du sagen, wie sich Attack und Release auf den Sound auswirken oder hast Du zumindest sofort einen Sound im Ohr? Nein? Dann bist Du hier genau richtig, denn genau diese Wissenslücke wollen wir heute mal schließen. Zumindest am Beispiel von einer Bassdrum (Kick) und einem Bass.

Threshold, Ratio, (MakeUp-)Gain, Attack und Release

Die meisten Kompressoren haben diese 5 wichtigen Regler, hier noch mal kurz erklärt, was sie genau machen: 

Threshold: Regelt den Schwellenwert, ab dem der Kompressor anfängt zu arbeiten. Solange der Pegel des eingehenden Signals den Threshold nicht übersteigt, wird auch nicht komprimiert!

Ratio: Die Ratio regelt das Verhältnis, mit dem der den Threshold übersteigende Signalanteil komprimiert wird. Bei einem Verhältnis von 4:1 komprimiert der Kompressor zum Beispiel 4 db Überschuss auf 1 db. Steht der Threshold also auf -10 db und es kommen -6 db rein, gibt der Kompressor -9 db aus.

(MakeUp-)Gain: Dieser Aufholverstärker soll den durch die Kompression erlittenen Pegelverlust wieder ausgleichen. Verliert man also durch Kompression wie im vorgenannten Beispiel 3 db, kann man diese mit dem MakeUp-Gain wieder aufholen. Das Signal wird also bei Verwendung des MakeUp-Gain durch die Kompression nicht leiser.

Attack: Regelt die Zeit die nach dem Überschreiten des Threshold vergeht, bevor der Kompressor damit beginnt das Signal zu komprimieren. Sehr schnelle Attackierten von unter 1 ms lassen den Kompressor sofort arbeiten, langsamere Einstellungen (z.B. >10 ms) lassen zunächst Anteile des Signals wie zum Beispiel Transienten unkomprimiert durch, bevor die Kompression im Verhältnis der Ration einsetzt.

Release: Beschreibt die Zeit nach erneutem Unterschreiten des Threshold, die der Kompressor benötigt um das Signa wieder auf den Ausgangspegel anzuheben. Langsamere Release-Zeiten regeln also gemächlicher und natürlicher zurück, sehr schnelle Zeiten von 1 – 10 ms sorgen dafür, das auch leiser Anteile des Signals nach der Kompression schnell im Level angehoben werden. Im Idealfall entspricht die Release-Zeit einem Teilwert einer Viertelnote (gemessen am Tempo).

So klingen unterschiedliche Attack und Release

Um hier nun weniger theoretisch zu sein, kannst Du Dir hier mal direkt anhören, wie sich unterschiedliche Attack und Release-Zeiten bei einer Bassdrum (Kick) und einem Bass auswirken. Dazu spielt die Datei jeweils 4 Viertel der Bassdrum mit unterschiedlichen Einstellungen für Attack und Release. “SA” bezeichnet eine schnelle Attack mit 0,1 ms, “LA” steht für langsame Attack mit 10 ms. Entsprechend steht “SR” für schnelle Release mit 1 ms und “LR” für langsame Release mit 120 ms.

Du hörst hier nun jeweils 4 Bassdrum-Schläge in folgenden Einstellungen: SA-LR | LA-LR | LA-SR | SA-SR

Und hier das Ganze auch noch mal für einen Bass in der gleichen Reihenfolge:

Wenn Du noch mal genauer reinhören und auch rumexperimentieren möchtest, empfehle ich Dir die Dateien zum Download (siehe oben) oder das passende Youtube-Video, das Du hier findest:

 

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