Will man einen fetten Bass-Sound haben, dann denken die meisten an einen Bass-Boost im Bereich 60 hz. Im Mix kann das aber sehr schnell kontraproduktiv sein. Zum Einen, weil dadurch sehr viel Tiefbass-Energie den Mix und am Ende auch den Limiter überlasten kann. Zum anderen, weil die angehobenen Frequenzbereiche auf kleinen Lautsprechern und Boxen eh nicht zu hören sind. Es wäre beim Bass abmischen also sinnvoller in Bereichen anzuheben, die auch auf kleineren Abhören wahrnehmbar sind.

60 hz machen (k)einen fetten Bass

Natürlich macht es keinen Sinn, den Bereich unterhalb von 100 hz komplett zu vernachlässigen. Aber will man einen fetten Bass auf allen Abhör-Systemen haben, ist es halt nicht der Bereich um 60 hz, der den Bass fett macht. Es ist vielmehr die Oktave darüber, also der Bereich von 120 bis 200 hz. Hier sind die Frequenzbereiche, die den Bass im Mix fett erscheinen lassen, aber nicht das energiereiche LowEnd unterhalb von 100 hz (Sub-Bass-Bereich) überladen.

Das hat drei Vorteile …
  1. Zu viel Energie im Sub-Bass triggert den Limiter im Mix-Bus viel zu früh, sodass der Mix nicht wirklich richtig laut gemacht werden kann.
  2. Übermäßiger Sub-Bass im Bass-Instrument kollidiert mit der Bass-Drum und kann dieser den Druck nehmen.
  3. Zu viel Sub-Bass im Mix kann den Bass beim abmischen über große Boxen als laut genug erscheinen lassen, auf kleine Boxen ist er aber komplett unhörbar.
Bass-Boost im EQ höher ansetzen

Das sind nur 3 Gründe, warum man einen Bass-Boost lieber eine Oktave höher ansetzen sollte. Finde mit einem EQ per Sweeping (Infos zum Sweepen hier) einfach heraus, welcher Frequenzbereich zwichen 120 und 200 hz deinem Bass-Sound gut steht und hebe diesen dann mit bis zu 300 hz an. Schon sollte Dein Bass im Mix fetter und gleichzeitig auf kleinen Boxen-Systemen besser hörbar sein.

Wenn Du sicher gehen willst (speziell für Handys), kannst Du noch eine weitere Oktave höher anheben. Dazu verdopple einfach die Frequenz, die Du beim ersten Boost ermittelt hast und hebe hier auch noch mal leicht an. Den Q (Quality-Factor, mehr Infos dazu hier) im EQ solltest Du dabei nicht zu eng wählen, denn bei Anhebungen im EQ sollte man immer ein wenig breitbandiger vorgehen, damit es noch natürlich klingt.

Mehr Bass im Mix bei gleichem LowEnd

Das Ergebnis ist ein fetter wirkender Bass, und das, obwohl man im Sub-Bass-Bereich nichts gemacht hat. Das oben beschriebene Verfahren ist übrigens auch die Basis des Waves-PlugIns „MaxxBass“, das ich grundsätzlich hierfür auch empfehlen kann, sofern Du ein bisschen Wartezeit und 29 Euro mitbringst. Wartezeit, weil Du auf den nächsten Sale bei Waves warten solltest und 29 Euro, weil das PlugIn diese 29 Euro auf jeden Fall wert ist!

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