Was, wenn man bei der Arbeit an einem Song das Gefühl nicht los wird, dass der Song zu schnell (gehetzt) oder etwas zu langsam (zu lahm) klingt? Gerade wenn der Mix nicht nur aus MIDI, sondern vor allem aus Audio-Dateien besteht kann man ja nicht mal eben das Tempo erhöhen oder verlangsamen. Oder doch?

Songtempo ändern – früher und heute

Als man noch auf Band aufgenommen hat konnte man das Tempo ganz einfach ändern. Nur mal den Finger als Bremse auf die Spulen legen und schon erklingt der Song langsamer. OK, auch tiefer, aber zumindest hat es gereicht um zu erkennen, ob der Song langsamer besser klingt oder entspannter groovt. Zum Beschleunigen konnte man die Spule ein wenig anschubsen oder die Abspielgeschwindigkeit erhöhen. Auch hier weit weg von gut, aber für´s Gefühl reicht´s.

In der Zeit moderner DAWs sind die Möglichkeiten viel flexibler geworden und der Sound eines verlangsamten oder beschleunigten Songs hängt nur noch vom Bearbeitungs-Algorithmus ab. Hier klingt die eine DAW tatsächlich unterschiedlich zu anderen. Das Prinzip der Bearbeitung ist aber bei allen DAWs gleich.

Timstretching für Drums, monophone und polyphone Spuren

Man muss der Bearbeitungs-Prozedur im Prinzip nur “mitteilen”, mit welchem Ausgangsmaterial sie hier zu tun hat. Transientenreiche Sounds wie Schlagzeug oder Percussions können anders bearbeitet werden, als mehrstimmige (polyphone) Klavier-Aufnahmen oder einstimmige (monophone) Gesangs- oder Instrumental-Aufnahmen wie z.B. ein Bass.

Hat man in jeder Spur die passende Einstellung vorgenommen, muss man nur noch das globale Tempo ändern und alle weiteren Berechnungen finden im Hintergrund der DAW- Oberfläche statt. Natürlich klingen dramatische Veränderungen von 10 und mehr bpm (beats per minute) nicht mehr uneingeschränkt brauchbar. Aber Veränderungen bis plus/minus 3 bpm können hier durchaus dramatische Auswirkungen auf das Feeling des Songs haben und ordentlich klingen.

Probieren geht über studieren

In jedem Fall bekommt man aber ein Gefühl dafür, ob die Tempo-Änderung dem Song hilft oder nicht. Und ist die Soundqualität am Ende doch nicht ausreichend, müssen einige Spuren halt noch mal neu aufgenommen werden. Immer noch besser, als erst nach dem Mastering festzustellen, dass der Song etwas langsamer wohl doch deutlich besser gewesen wäre.


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