Homerecording, Mix-Praxis
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#24 | 30 Tage, 30 Tips – Was ist besser? 16 bit oder 24 bit?

Manche Fragen arten im Bereich Recording schon zu philosophischen Abhandlungen aus, wobei man trotzdem immer genau differenzieren sollte. Zum Beispiel die Fragen nach Samplingrate und Bit-Tiefe, oder auch 16 bit/44,1 khz vs 24 bit/192 khz.

Bei der Samplingrate geht es frei nach dem Motto „Der hört auch das Gras wachsen“ spätestens ab 96 khz ins Reich der Sagen und Mythen (für mich persönlich reichen immer noch 44,1 khz aus), bei der Bit-Tiefe gibt es allerdings nicht subtil-hörbare, sondern klar technisch begründbare Gründe pro 24 bit.

Die Samplingrate gibt an, wie oft das Audiosignal pro Sekunde abgetatstet wird (bei 44,1 khz also 44.100 mal in der Sekunde). Die Bit-Tiefe gibt dabei an, wie genau das Signal an jedem dieser einzelnen Samplingpunkte abgebildet wird. Eine Bit-Tiefe von 16 bit bietet hierfür 65.536 Stufen oder in db umgerechnet 96 db Dynamikbereich von der leisesten bis zur lautesten Stelle. 24 bit-Recording bietet hier schon 16,7 Millionen Stufen oder 144 db Dynamik (1 bit = 6 db).

Auch wenn das erst mal in beiden Fällen nach großen Zahlen klingt, relativieren sich diese doch schnell in der Praxis. Denn bei jeder Aufnahme finden beim Sampling auch Rundungsfehler beim Übersetzen des Audiomaterials in Einsen und Nullen statt, die man auch als digitales Grundrauschen bezeichnet und dieses ist mindestens auf der geringsten Lautstärke zu finden, also entweder bei -96 oder -144 db. Auch wenn dieses digitale Grundrauschen in der Praxis je nach Wandler eher höher liegt, gehen wir zur Veranschaulichung mal von diesen Grundwerten aus.

Wenn man nun ein Signal aufnimmt, dessen lautestes Stelle -20db Pegel hat, beträgt der Abstand zum digitalen Grundrauschen bei 16 bit 76 db, bei 24 bit schon 124 db. Noch interessanter wird das Ganze aber, wenn man den Pegel auf normales Maß anhebt, denn dann erscheint das Grundrauschen bei 16 bit-Aufnahmen bei -76 db, bei 24 bit-Aufnahmen aber erst bei -124 db, liegt also immer noch weit unter dem leisesten Grundrauschen jeder 16 bit-Aufnahme.

Auch wenn das alles sehr theoretisch klingt, bleibt doch festzuhalten, das man bei 24 Bit-Aufnahmen auch die leisesten Aufnahmen ohne die Gefahr von erhöhtem Rauschen auf Normalmaß bringen kann, was bei 16 Bit-Aufnahmen definitiv in einem erhöhten und (!) wahrnehmbaren Grundrauschen resultieren wird. Also klarer Vorteil 24 Bit, auch wenn das Datenaufkommen dadurch um 50 % höher ausfällt!

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