Da sitze ich also im Auto, höre den neuen Hit von Ed Sheeran mit dem schönen Titel „Castle on the hill“ und frage mich, woher ich diese treibenden Rhythmusgitarren kenne, die die ganze Zeit mit dem Beat kämpfen, so als ob jemand bei den Drums die Handbremse zieht und die Gitarren die ganze Zeit nach vorne galoppieren wollen. Gut gemacht denke ich, aber kommt mir bekannt vor.

Wer hat´s erfunden?

Bekannt ist diese Gitarrenarbeit zwar von The Edge von U2, allerdings auch 10 Jahre vorher hat schon David Gilmour bei „Pink Floyd“ hier echte Gitarren-Pionierarbeit geliefert. Es geht – wie Du schon richtig erraten hast – um eine spezielle Technik mit dem Delay zusammen zu spielen und dadurch diesen treibenden Charakter von Klassikern wie „Where the streets have no names“ oder eben auch „Castle on the hill“ hinzubekommen.

Gewusst wie!

Wenn man mal verstanden hat, wie es funktioniert, ist es relativ einfach, aber wie bei allem, was man gut können möchte, gilt auch hier: Wenn´s gut werden soll, muss man fleißig üben! Denn bei keiner anderen Art die Gitarre zu spielen liegen „richtig gut“ und „totale Kacke“ so nah und vor allem so gut hörbar nebeneinander! Das Zauberwort heißt „punktiertes Achteldelay“ und so geht´s:

Stell zunächst mal das Tempo Deines Songs richtig in der DAW ein, anschließend suchst Du Dir einen leicht angezerrten Fendersound raus. Nicht zu glitzerig, aber auch nicht zu dumpf. Als nächstes nimmst Du ein Mono-Delay-PlugIn, bei dem man im Idealfall nicht nur die Delayzeit, sondern auch die zum Tempo gehörigen Notenwerte einstellen kann. Beim Beat-Delay in Studio One 3 oder beim Tape Delay in Logic Pro X ist das ganz einfach, wenn das Delay zum Songtempo synchronisiert ist.

Where the magic happens

Nun stell bei der Delayzeit eine punktierte Achtel ein. Die Punktierung sorgt dafür, dass das Achteldelay um eine weitere 16-tel Note verzögert wird (punktierte Noten sind um die Hälfte ihres Wertes länger – gilt auch für punktierte Pausen!). Man muss das auch gar nicht großartig auszählen können oder sogar ins erweiterte Notenlesen einsteigen. Wichtig ist nur, dass  das Delay allein durch die Punktierung schon einen eigenen Groove bekommt. Feedback und Mix sollte man so einstellen, dass mindestens 4-5 gut hörbare Wiederholungen zustande kommen, also am besten beides auf 50% stellen.

It´s so easy

Weil das Delay also den Groove von allein macht, ist das Spielen der Gitarre um so einfacher, denn mann muss nun nur noch im Songtempo Achtelnoten spielen und schon beginnt das Ganze zu marschieren. Und wenn man dann zum Beispiel im 5. Bund D-Dur als Barré greift und nur die A- und die D-Seite abwechselnd in Achteln leicht abgedämpft spielt, entsteht alles Weitere von ganz allein!

Ein Download zum Schluss

Generell einfacher zu verstehen ist das Ganze natürlich, wenn man mal hören kann, was man spielen muss und wie das Delay dann darauf reagiert. Und weil das so ist, gibt es zu diesem Thema auch exklusiv für Dich eine StudioOne-Session bzw.  eine Logic Pro X-Session zum Download, in der Du ganz in Ruhe in die einzelnen Spuren reinhören kannst, die verschiedenen Delays und die dazu passende Spielweise sezieren kannst und vor allem hörst, welchen Sound man mit dieser Spieltechnik erzielen kann. Viel Spaß damit!

Hier die Session für Studio One 3 runterladen!

Hier für die Logic Pro X-Session klicken!

 

Trag Dich hier ein:
HIER ANMELDEN!

Halt, nicht weglaufen! 

Möchtest Du auch den RB-Newsletter haben?

Bleib auf dem Laufenden bei neuen Videos, Blog-Einträgen, Verlosungen, Angeboten und vielem mehr