Das Quantisieren, also die Ausrichtung einzelner Noten an einem festgelegten Raster, war lange Zeit ausschließlich dem Bereich MIDI zugeordnet. Dies zum einen, weil MIDI-Noten deutlich einfacher in einem Raster zu bewegen sind als Audio-Material. Zum anderen aber auch, weil die Timing-Korrektur von Audio-Material per Quantisierung lange Zeit zwar funktionierte, aber eben nicht gut klang.

Alles neu macht die DAW

Aber dank der unermüdlichen Entwicklungsarbeit der DAW-Entwickler ist es heutzutage ein Leichtes, auch Audiomaterial zu quantisieren und optimieren. Zumindest, solange es sich hierbei um recht transientenreiches Material wie Schlagzeug, Percussion handelt. Aber auch Gesang oder rhythmisch gespielte Gitarren und Bässe sind hier gute Kandidaten.

Durchgespielte Legato-Linien – egal mit welchem Instrument – sind zwar grundsätzlich auch prädestiniert für eine erfolgreiche Quantisierung. Jedoch ist dabei der manuelle Aufwand deutlich höher, als bei den transientenreichen “Kollegen”.

Quantisieren OK, aber warum?

Dem Quantisieren hängt oft ein ähnlicher Makel an wie Autotune. Angeblich wird dadurch jede Menschlichkeit und Seele aus dem Ursprungsmaterial entfernt. Nun ist es aber durchaus häufiger der Fall, dass man Songs zum Mischen bekommt oder selbst erstellt, bei denen das rhythmische Zusammenspiel nicht gut passt. Sei es, weil die Band noch nicht gut aufeinander eingespielt ist. Sei es, weil der Drummer noch nicht so stabil spielt. Oder vielleicht auch einfach, weil die Muiker sich bei der Aufnahme nicht so gut gehört haben, als dass dabei eine gute Aufnahme herausgekommen wäre.

Die Gründe sind vielfältig, aber das Ziel ist immer klar im Blick: Der Song soll nach dem Mix gut klingen und grooven. Und wenn es nötig ist, das Timing der ein oder anderen Spur ein bisschen zu optimieren, dann ist das allemal besser, als einen guten Mix zu haben, der aber nicht klingen kann, weil die einzelnen Instrumente einfach nicht zusammen spielen.

Quantisierung jenseits der Romantik

Wenn man sich also mal von der Romantik verabschiedet hat, dass nur unbehandeltes Material “echte” Musik ist, kann man mit ein wenig Pragmatismus und Quantisierung die Musik einen entscheidenden Schritt vorwärts bringen. In meinem Fall zum Beispiel mein Schlagzeugspiel.

Nehme ich meine unbearbeiteten Spuren, sind sie meistens OK, aber etwas unstet im Timing. Quantisiere ich meine Drums klingen sie gleich besser und damit auch professioneller. Das ersetzt keinen Profi-Drummer, hilft mir aber im Homestudio erheblich Zeit und Geld zu sparen.

Einfacher geht´s nicht

Die modernen Quantisierungs-Algorythmen in den bekannten DAWs sind so gut und zielsicher, dass es oft wenig Nachbearbeitung bedarf, wenn man für eine Aufnahme auf “Quantisieren” geklickt hat. Der eigentliche Prozess besteht zwar aus zwei Schritten, aber selbst diese nimmt einem die DAW meist ab. Hierbei handelt es sich nämlich zunächst um die Analyse des Audio-Materials, bei dem die Transienten erkannt und vermerkt werden. Liegen diese vor, werden die Transienten dann auf das in den Einstellungen gewählte Raster korrigiert.

Wichtiger als die eigentliche Quantisierung ist dabei, auf welches Raster man sich im Vorfeld festlegt. Je nach Audiomaterial können das mit Viertelnoten ein recht grobes Raster sein (langsamer Song, getragene Noten), oder Achtel- bis sechzehntel-Noten (schneller Song, transientenreiches Material). Aber keine Angst, man kann die Quantisierung meist ohne Probleme rückgängig machen. Denn es handelt sich hierbei in den meisten DAWs um eine nondestruktive, also “nicht das Audio-Material zerstörende” Bearbeitung.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.