Unser Song wächst und gedeiht und es wird Zeit, mal so langsam über den Text und die Gesangsaufnahmen nachzudenken. Oder wie man so schön neu-deutsch sagt: Lass ma´ Vocals aufnehmen! Glücklich ist, wer wie ich aus mindestens zwei Mikrofonen auswählen kann, denn so findet man bestimmt das richtige Mikro für den Song und den Sänger bzw. die Sängerin.

Vocals aufnehmen – aber welches Mikro?

Man liest ja immer wieder bei den Profis, dass man schon im Vorfeld der Aufnahme darauf achten soll, dass das Mikro zur Stimme des Sängers oder der Sängerin passen soll. Leichter gesagt als getan, wenn man nicht gerade den Mikro-Schrank vom Abbey-Road-Studio zuhause hat. Eher die Regel ist, dass man ein Mikrofon besitzt und daher zumindest an dieser Stelle des Aufnahmeprozesses die Qual der Wahl entfällt. Aber was ist überhaupt der Hintergrund der Frage …

Welches Mikro passt zur Sängerin / zum Sänger?

Ich berücksichtige da ein paar verschiedene Faktoren. Habe ich einen lauten, energetischen Sänger oder Rapper, probiere ich gerne ein dynamisches Mikro (z.B. Electro Voice RE20, Sennheiser MD-441 oder auch Shure SM-57/58). Habe ich einen eher feineren, nicht ganz so lauten Künstler vor dem Mic wird es natürlich eher ein Großmembran-Kondensator-Mikro. Einige Mikros tendieren eher zu einem hellen Klang, man sollte also keine Stimmen damit aufnehmen, die eh schon starke Präsenzen und sehr helle Anteile bieten. Andersherum sind dunkel klingende Mikros nicht die beste Wahl für kräftige, basslastige Stimmen.

Röhre oder Transistor?

Nicht nur die Entscheidungen zwischen dynamisch oder Großmembran-Kondensator, helle oder dunkle Mikro-Färbung sind relevant. Auch die Frage Transistor oder Röhre kann eine entscheidende sein. Ein Transistor-Mikrofon neigt eher zu einer recht sauberen, unverfälschten Wiedergabe der Stimme, wohingegen die Röhre sehr oft und prinzipbedingt dem Signal harmonische Obertöne hinzufügt (bis hin zu Sättigung oder sogar Overdrive-Sounds – je nach Pegel). Die Stimme wirkt bei der Röhre insgesamt griffiger und ein bisschen rauer, aber eben nicht ganz so sauber. Daher sollte man auch diesen Aspekt nicht unbeobachtet lassen – immer vorausgesetzt man hat eine Wahl. Verlass Dich aber nie auf die theoretischen Gegebenheiten, entscheidend ist einzig und allen dein Geschmack, also das was Du hörst!

WA-47 oder WA-47 jr

Uns stellt sich heute auch die Luxus-Frage, womit wir unsere Vocals aufnehmen? Röhre oder Transistor, WA47 oder WA-47 jr? Warm Audio, die mir die Mikros über den deutschen Vertrieb Mega Audio (klick hier für mehr Infos) zum kostenlosen Testen zur Verfügung gestellt haben, ist nicht gerade dafür bekanntneutral klingende Hardware zu vertreiben. Ganz im Gegenteil: Signal-Färbung ist hier ganz klar auch Firmen-Philosophie. Und so verwundert es nicht, dass das WA-47 auch einen sehr griffigen, eigenständigen aber niemals unangenehmen Sound verkörpert. Ganz anders das WA-47 jr, das gegen das WA-47 gerade zu klinisch rein klingt, dabei aber auch nie seinen professionellen und runden Klang verleugnen muss.

Besser oder schlechter ist bei Mikros auf diesem Niveau aber nie die Frage, sondern (wie oben schon erwähnt) nur „passt oder passt nicht“. Wie die Mikros klingen, kannst Du Dir in der Studio One-Session oder in den Stems unseres aktuellen Songs anhören. Und hier findest Du diese zum Download:

06 SO3-Session – Vocals aufnehmen mit WA-47 und WA-47 jr

06 Stems – Vocals aufnehmen mit WA-47 und WA-47 jr

Was sagst Du dazu?

Ich interessiere mich hier speziell auch für Deine Meinung. Welches Mikro hat Dir besser gefallen und mit welchem würdet Du gerne mal deine nächsten Vocals aufnehmen? Schreib mir gerne hier unten oder unters Video in die Kommentare und ich freue mich sehr von Dir zu lesen.

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