Was ist der Unterschied zwischen einem Klang und einer Farbe? Die Farbe kann man klar benennen, einen Klang kann man nur beschreiben. Eine Farbe ist zum Beispiel rot. Ein Song oder Sound klingt aber nicht rot, der klingt meistens “so wie” etwas, mit dem man den Klang dann vergleicht.

Hören ist ein sehr subjektiver Prozess

Zur Beschreibung eines Sound nutzt man also zumeist Adjektive, die im übertragenen Sinne den subjektiven Klangeindruck beschreiben sollen, wie zum Beispiel “fett”, “dünn”, “spitz”, etc.,.Dabei bleiben sie aber immer subjektiv, also gefärbt durch die Wahrnehmung des Zuhörers.  Rot ist eben rot, aber was für den einen fett ist, klingt für den andere normal oder sogar dünn – je nach Geschmack.

Frequenzbereiche beschreiben und charakterisieren

Noch interessanter wird es, wenn man im Studio über bestimmte Frequenzbereiche spricht und diese beschreiben soll. In dem Zusammenhang bin ich bei meinen weiten Reisen durch die Tiefen des Internet aber über eine wirklich sehr anschauliche Darstellung gestolpert, die die wichtigsten 7 Frequenzbereiche sehr schön veranschaulicht und die ich Dir nicht vorenthalten möchte. Die Rede ist von den “7 Bad System Dwarves” oder frei übersetzt die “Die 7 Zwerge der bösen Frequenzen”:  Tubby, Muddy, Boxy, Honky, Barky, Edgy und Sibilant.

Die 7 Zwerge der bösen Frequenzen

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Was diese Namen übersetzt bedeuten und wie die einzelnen Frequenzbereiche klingen, das hören wir uns im heutigen Video / Podcast am Beispiel von Vocals und einem kompletten Mix an. Dabei hören wir nicht nur, ich zeige Dir auch mit einem Equalizer, welche Bereiche genau gemeint sind und was eine Anhebung / Absenkung hier bedeutet und wie sie klingt. Das Ganze noch garniert mit dem ein oder anderen Praxistipp!

Tubby – untenrum rundlich & fett

In Maßen genossen sorgt das Low End, also der tiefe Frequenzbereich unterhalb 100 hz für einen guten Schub ud einen vollen Klangeindruck. Aber sollte Tube zu dick auftragen, macht er allesplatt, as ihm in den Weg kommt und lässt keinen Platz für den Rest des Mixes!

Muddy   matschige Tiefmitten

Der Bereich rund um 250 hz kann für wärme und gerade auf kleinen Boxensystemen für einen durchaus fetten Klangeindruck sorgen (z.B. bei Snares), mulmt aber auch gerne andere Bereiche zu, sodass ein eher dumpfer Klangeindruck entsteht, wenn der Bereich überbetont ist.

Box – pappige Mitten

Klingt, als wenn man auf ein Stück Pappe klopft und sorgt mit einer leichten Absenkung rund um 450/500 hz sofort für einen klareren Klangeindruck auf dem MasterBus. Zu wenig davon kann den Mix aber schnell substanzlos klingen lassen. Daher mit Bedacht absehen / hinzufügen und im Zweifel auch mal übers Küchenradio überprüfen, ob es z viel oder zu wenig des Guten war?!

Honky – nasale Mitten

Sehr nasal klingender Bereich, der selbst unter schwierigsten Bedingungen hörbar ist, speziell auf kleineren Speakern gerne mal überhand nimmt und dann einen auch auf solchen Abhören durchaus erzielbaren ausgeglichenen Klangeindruck zuungunsten eines nasalen, Klangeindruckes zunichte macht.

Barky – schreiende Mitten

Barry scheint Dich direkt anzuschreien. Angesiedelt im Bereich 1 – 2 kHz ist er da zuhause, wo unser Gehör am meisten versteht, der Bereich der Spachverständlichkeit. Gut für die Durchsetzungskraft von Vocals gegenüber einem runden Playback, schnell nervig, wenn überbetont.

Edgy – scharf schneidende hohe Mitten

Schneidend ist wohl die beste Bechreibung für den Bereich zwischen 2 und 4 khz. Zu viel davon, und nicht nur der Aggressionslevel des Zuhörers steigt an, auch die Gehörermüdung findet sehr schnell statt und sorgt dafür, dass man wenige lang einem Song zuhören möchte, weil er einfach nur nervt!

Sibilant – zischende Höhen

Im normalen Leben fallen uns S- oder Zuschaute gar nicht so stark auf. In komprimierten und dynamisch stark bearbeiteten Signalen stechen sie jedoch wie Transienten aus einem Mix heraus und sorgen dafür, dass sie direkt ins Ohr schneiden und zudem die maximal erzielbare Lautheit des Tracks reduzieren können!

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