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Reflektions-Filter bei Vocal-Aufnahmen | Adventskalender #05

Sie sollen uns das Problem mit der Raumakustik nehmen und die einfache und schnelle Lösung aller Probleme im Heimstudio ohne Gesangskabine bieten. Aber was passiert wirklich, wenn man einen Reflektions-Filter hinter sein Mikro baut?

Wer nicht wagt, …

Das kann man nur rausfinden, indem man es testet und anschließend kritisch hört und so habe ich einfach sowohl in meinem komplett ungedämmten Wohnzimmer als auch in meinem teil- aber nicht über-dämmten Studio die gleichen Vocals 4 mal aufgenommen:

  1. im Wohnzimmer mit Reflektions-Schirm
  2. im Wohnzimmer ohne Reflektions-Schirm
  3. im Studio mit Reflektions-Schirm
  4. im Studio ohne Reflektions-Schirm


Wichtig ist, was hinten rauskommt

Das Ergebnis ist so interessant wie ernüchternd. Bei leisen Passagen fällt das Vorhandensein des Filters kaum auf, da leise Vocals den Raum und seine Akustik nicht so stark anschieben, als dass er sich im Mikro wiederfinden würde. Bei lauten Gesängen schaukelt sich der Raum allerdings auf und der Filter verhindert tatsächlich einen Teil der Reflektionen im Mikro.

Reine Geschmacksache

Allerdings mit dem zweifelhaften Nebeneffekt, dass der Nahbesprechungseffekt des Mikros mit Reflektions-Schirm deutlich stärker ausgeprägt ist, man also viel fettere Vocals bekommt. Die einen mögen das, die anderen lieben den Sound ihres Mikros aber eher unverfälscht und steuern über den Mikro-Abstand lieber aktiv, ob sie  Nahbesprechungseffekt haben oder nicht. Mit Schirm schien dies leider kaum noch steuerbar.

Wer nicht fühlen will, muss hören

Damit Ihr Euch aber ein eigenes Bild vom Sound mit und ohne Reflektions-Schirm in unterschiedlichen Umgebungen machen könnt, findet Ihr unter folgendem Link einen Studio One 3-Song zum Download und rumspielen. Und für alle Jünger fremder DAWs lohnt sich der Download auch, da die enthaltenen Audiodateien auch in anderen DAWs funktioneiren und zum hören und rumexperimentieren einladen.

Hier das Reflexion-Shield-Paket runterladen!

Viel Spaß damit und natürlich auch mit dem Video 🙂

2 Kommentare

  1. Ich kann mir vorstellen, dass die verbogenen Bässe durch die runde Form des Schildes bedingt sind. Er funktioniert quasi wie eine Raumecke, d.h. die Schallwellen sammeln sich dort. Entsprechend werden einige Frequenzen deutlich überbetont, andere löschen sich gegenseitig aus.

    Als ich noch keine Dämmung bei mir hatte, habe ich mir immer meine Matratze hinter das Mikrofon gestellt. Die hat ihren Dienst als Breitbandabsorber eigentlich immer recht gut erfüllt :P. Dann noch die Bücher im Regal ein wenig durcheinanderwirbeln und Schranktüren und Schubladen öffnen, schon hat man aus einem unbehandelten Raum einen etwas trockeneren ohne einen Cent auszugeben. Vorausgesetzt, man betrachtet Bücher nicht wie einen gefährlichen Fremdkörper…

    Viele Grüße,
    Tobi von Aeosphera.de

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