Wenn Du Deinen (endlich) fertigen Mix mit ins Auto nehmen möchtest, musst Du diesen nur noch bouncen (ausspielen) und schon geht’s los. Aber warum gibt es da die Möglichkeit in “Echtzeit” (Realtime) und “Offline” (also ohne dabei zuzuhören) auszuspielen? Was ist der Unterschied, welche Vor- bzw. Nachteile haben beide und klingen die Varianten unter Umständen sogar unterschiedlich?

Fertigen Mix bouncen – was Du wissen musst

Damit aus dem Mix aller Einzelspuren ein fertiger, vorzeigbarer Song wird, müssen alle Spuren zusammengeführt und ausgespielt werden. Auf Englisch nennt man das “bouncen”, einige DAWs nennen die Funktion aber auch exportieren. In allen Fällen ist gemeint, dass das fertig gemischte Signal am Ende vom MasterBus als ein einzelnes Stereo-Signal in eine Datei geschrieben wird. Dazu kann man im Bouncen-Dialog der DAW in der Regel verschiedene Einstellungen wählen, die von denen wir die Wichtigsten am Beispiel von Studio One mal kurz exemplarisch durchgehen wollen.

Welches Dateiformat soll es ein sein?

Die geläufigsten Dateiformate sind sicherlich mp3 und WAV. Mit diesen beiden macht man nichts verkehrt, sollte sich aber vor dem Ausspielen zunächst gut überlegen, wofür der Mix genau genutzt werden soll. Denn unterschiedliche Zwecke erfordern unterschiedliche Einstellungen sowohl bei Format, Dateigröße als auch Audio-Qualität.

WAV ist der Quasi-Standard für unkomprimiertes Audio. Im Format 44,1 kHz/16 bit spielt nahezu jedes Abspielgerät, das für mp3 ausgelegt ist, auch diese WAV-Dateien ab. Aber die Formatangabe signalisiert schon, dass es hier auch andere Werte gibt. Zum Einen die Samplerate, die Inder Regel von 44,1 – 96 kHz variiert, zum anderen die Bittiefe, die im Standard-Format 16 bit beträgt, aber auch mit 24 bit oder 32 bit Floating Point noch höhenwertig genutzt werden kann. Was es speziell mit höheren Bit-Raten auf sich hat, habe ich hier schon mal ausführlicher besprochen.

Die MP3-Erfindung liegt heute genau 25 Jahre zurück und hat seit dem die Verbreitung und Nutzung von Musik so nachhaltig verändert, wie es seinerzeit wohl nur der Buchdruck á la Gutenberg geschafft hat. Seit dem ist Musik zur Massenware geworden und moderne Streamingdienste wäre ohne die platzsparende Verpackung von Musik wohl kaum denkbar. Auch hier kann man verschiedenen Qualitätsstufen wählen, die bei Musik von halbwegs erträglichen 128 kbit/s bis zu sehr guten 320 kbit/s (Kilobit pro Sekunde). Speziell bei letzterem hören nur noch ausgewiesene Experten einen Unterschied zu unkomprimierten Formaten – Otto Normalhörer schafft das meist schon ab 256 kbit/s nicht mehr.

Offline oder in Echtzeit

Neben vielen anderen Optionen, die mal mehr oder weniger wichtig sind, kann man auch wählen, ob man den Song in Echtzeit oder offline bouncen möchte? Wenn es die Option gibt zu Wählren, muss es ja wahrscheinlich auch einen Unterschied zwischen beiden Methoden geben, Aber welcher ist das und welche Vor- oder Nachteile bieten sich dadurch?

Die Vorteile vom Offline Bouncen ergeben sich allein schon dadurch, dass dieser Prozess in der Regel (und je nach CPU-Power) deutlich schneller abläuft, als ein bouncen in Echtzeit. Den Echtzeit dauert so lange wie das Original Stück. Handelt es sich um Musik, sind das ca. 3,5 Minuten, geht es aber um einen Podcast, kann das auch eine Stunde oder länger sein! Auf einen Podcast zu warten kann mühselig sein, vor allem, wenn man das Bouncen wiederholen muss, weil vielleicht noch ein Fehler auffällt.

Da sind wir aber auch schon beim Vorteil vom Echtzeit bouncen: Aufgrund der Tatsache, dass man beim Ausspielen zuhört, fallen direkt noch Fehler auf, die man dann noch beheben und erneut ausspielen kann. Sinnvoller ist in dem Zusammenhang sicher, Notizen zu machen über Ales, was einem auffällt, diese zu beheben und dann final zu bouncen.

Gibt es einen Klangunterschied beim Bouncen?

Aber gibt es auch einen Klangunterschied zwischen den beiden Methoden? Einige behaupten “Ja, deutlich!”, andere sagen “Ein wenig, stört aber nicht” und wieder andere sagen “Nein, ist mir noch nicht aufgefallen!”. Damit Du herausfinden kannst, zu welcher Gruppe Du gehörst, kannst Du Dir unter dem folgenden Link mal den fertigen Mix der Stems des Monats herunterladen. Ich habe insgesamt 4 mal offline und 4 mal in Echtzeit gebounct und Du kannst Dir die Spuren mal in Deine DAW ziehen um herauszufinden, ob es einen klanglichen Unterschied gibt, oder nicht?!

Klick hier für den Download der Offline und Echtzeit-Versionen!

Wenn Du eine Meinung hast, schreib sie mir gerne unter diesen Artikel oder das dazugehörige Video. Ich bin sehr gespannt, was Du hörst (oder auch was nicht)!

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