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Mischen mit PlugIn-Presets – Pro und Contra | Mixpraxis

Presets von PlugIns rufen oft zwei sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Entweder totale Ablehnung oder verhaltener Zuspruch – aber in den seltensten Fällen ein lautes „Hurra!“. Warum nur?

Zwei Herzen in meiner Brust

Nun, die einen meinen, dass Presets im PlugIn einem vorgaukeln man können mit nur einem Klick direkt den perfekten Sound hinbekommen. Und das ohne auch nur eine Ahnung davon  haben zu müssen, welche Regler dafür verantwortlich sind. Wenn das funktionieren würde, wäre das zwar zumindest für den Anfänger toll, aber natürlich langfristig nicht sinnvoll.


Die Anderen sagen, man kann Presets doch zumindest als guten Startpunkt benutzen, und da ist schon deutlich mehr dran und hilft gleichzeitig auch noch dem Anfänger. Denn woher soll der schon wissen, wo er  beim Einstellen anfangen soll  und vor allem warum?

Der Fluch der späten Geburt

Damals, in einer längst vergangenen Zeit mit vielen großen Studios, bestand für den geneigten Laien zumindest eine reelle Chance als Kaffee-Träger und HiWi Zugang ins Studio zu finden um bei der ein oder anderen Mix-Session dem rotierenden Mix-Engineer mal über die Schulter zu schauen und zu hören. Mit Beginn der Homestudio-Welle verschwand diese Möglichkeit das Handwerk zu lernen mehr und mehr, sodass wir uns heute neue Orientierungspunkte schaffen müssen. Und da bieten sich doch Presets perfekt an!

Der Name ist Programm

Man sollte sich einfach mal bewusst machen, dass Presets ja von Spezialisten kreiert wurden, die ganz genau wissen, wie man  den EQ oder Kompressor einstellt, um bestimmte Sounds abrufbar zu machen. Zudem geben die Namen der Presets  hier oft schon einen klaren Anhaltspunkt, welcher Sound zu erwarten ist. Also ein guter Startpunkt für Anfänger und (!) Fortgeschrittene.

Gentlemen, start your engines

Speziell Mix-Anfänger können zum Beispiel bei einem EQ verschiedene Presets auf einer Spur durchschalten und mit den Ohren beobachten, wie sich der Sound mit den sich ändernden EQ-Kurven verändert. Wer hier aufmerksam beobachtet, wird schon bald verstehen, auf welche Frequenzen es ankommt und wie sich einzelne Kurven auf den Sound auswirken. Einmal verstanden kann man damit beim nächsten mal schon zielsicher zum Preset greifen und von diesem Startpunkt aus den Sound weiter verändern, bis er so ist, wie er einem gefällt.

Das Vorgehen ist natürlich auch auf andere PlugIns wie zum Beispiel den Kompressor übertragbar. Einfach mal das Preset „BD Rock“ (oder so ähnlich ) reinladen und hören, wie sich der Sound der Bassdrum verändert. Dann das nächste Preset und beobachten, wie sich die nun veränderten Parameter auf den Sound auswirken. Man trainiert so nicht nur die eigenen Ohren, sondern auch das akustische Verständnis, wie die einzelnen Parameter  den Sound verändern. Und da man ja nicht nur Mischen, sondern vor allem auch hören lernen muss, sind Presets hier fast schon Gold wert und ein wichtiger Bestandteil für eine steile Lernkurve!

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