Da ein Song hauptsächlich über den Gesang verkauft wird, ist es natürlich um so wichtiger und wünschenswerter, dass die Stimme der Sängerin / des Sängers einen gewissen Wiedererkennungswert hat – gerne auch als eigener Stimm-Charakter bezeichnet!

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Einige Sänger haben es hier sehr einfach, da ihre Stimme einfach so unverwechselbar klingt, dass  keine weiteren Maßnahmen nötig sind – Sting, Tina Turner oder auch Joe Cocker sind hier sicherlich gute Nahmen. Andere Künstler erlangen ihren Wiedererkennungswert (wenn nicht mit der Musik) durch einen speziellen Vocal-Sound, den sie immer und immer wieder nutzen. Phil Collins ist so einer, aber auch Nickelback haben einen ganz speziellen Vocals-Sound, auch wenn dieser bei Phil Collins mit Delays und bei Chad Krueger durch seine ganz eigenen Harmonien unterschiedlich erzeugt wird!


No trouble? Just double

Doppeln ist ja immer ein beliebtes Element im Mix, um einen bestimmen Gesangssound zu erstellen und viele Künstler „versteckten und verstecken“ sich immer wieder mit einer gedoppelten Stimme hinter ihren vermeintlich dünnen Stimme. Allen voran Dave Grohl von den Foo Fighters, der es beileibe nicht nötig hätte, aber dennoch genau so seinen Signature-Sound gefunden hat. Man kann aber auch kreativer doppeln und zwei Varianten möchte ich heute mal vorstellen!

Was sind schon zwei Oktaven unter Freunden?

Als erstes kann man die Hauptstimme je nach Lage eine oder sogar zwei Oktaven tiefer einsingen und der Hauptstimme subtil beimischen. Dazu sollte man diese Spur mit dem EQ unauffällig machen, also Höhen und Bässe reduzieren, dann einen DeEsser gegen die scharfen Laute und einen Kompressor, der das Ganze Signal dynamisch im Zaume hält. Das Ganze mit ein wenig Hall oder Delay abschmecken und im Mix soweit zumischen, dass man es gerade so erahnt.

Hauch mir was ins Ohr, Kleiner!

Noch cooler finde ich allerdings, die Hauptstimme nicht etwas gesanglich zu doppeln, sondern zu flüstern. So kann man einen ganz rauchigen Stimmcharakter generieren. In meinem Fall habe ich die Spur wie oben bei den Oktaven bearbeitet und unauffällig gemacht, dann aber mit einem Doubler das Signal aus der Mitte nach links und recht außen geschoben und auch hier subtil bis zur Wahrnehmungsgrenze dazugeschoben.

Du fehlst mir, du fehlst mir nicht, du fehlst mir, ….

Oktave und Flüstern sind also so gerade an der Hörgrenze dazugeschoben und man mag nun zu Recht fragen, warum man sich dann überhaupt die Mühe macht? Dies wird erst offensichtlich, wenn man die beiden so dazugegebenen Spuren mal stumm schaltet. Sofort fehlt etwas und der Charakter der Vocals flacht ab.  Und das sind die besten Mix-Elemente. Man kriegt nicht mit, dass sie da sind, aber man vermisst sie, sobald man sie wegnimmt. Und damit der Mix auch durch solche Elemente nicht langweilig wird, kann man sie dynamisch immer mal  dazugeben und wegnehmen. So bleibt der Song interessant und abwechslungsreich!

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Halt, nicht weglaufen! 

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