Unser Mutter hat mal gesagt “Willst Du was gelten, dann mach dich selten!”. Auch wenn sie damit meinte, dass ich der Dame meiner Wahl nicht zu penetrant auf die Pelle rücken sollte, gilt dieser Satz durchaus auch für ein interessantes Arrangement und im Mix. Freunde der anglo-amerikanischen Ausdrucksweise sagen “Kill your darlings”. Und damit ist nichts anderes gemeint als “Weniger ist mehr”. Oder eben “Willst Du was gelten …”.

Kill your darlings tut weh

Jeder kennt das: Man hat einen Mix-Effekt, ein neues Instrument, eine geile Idee für einen Chor-Gesang erfunden. Und weil man so begeistert ist, möchte man dieses Element natürlich möglichst viel und oft im Song hören. Diese Begeisterung wird von einem außenstehenden Zuhörer aber oft nicht geteilt. Ganz im Gegenteil: Selbst wenn ihm das Highlight im Mix positiv auffällt, hat er sich bei einem Dauereinsatz desselben wahrscheinlich schneller daran satt gehört als einem lieb ist.

Highlights statt Überfluss

In meinem speziellen Fall ist es eine Vocoder-Spur, an der ich mich einfach nicht satt hören kann. Ich hab sie gleich zweimal eingesungen, um damit meinen Hauptgesang links und rechts fett gedoppelt zu unterfüttern. Allerdings ist sie durch diesen Dauereinsatz auch so fett, dass mein eigentlicher Gesang kaum noch Aufmerksamkeit bekommt. Zumindest nicht so viel, wie er als wichtigstes Instrument verdient hätte. Was tun? Kill your darlings!

Alles raus, was keine Miete zahlt

Ich schneide mir einzelne Stücke der Vocoder-Spur so, dass sie ähnlich wie im Rap nur an speziellen Stellen doppeln. Dann fallen sie jedes mal wieder auf und unterstützen den Hauptgesang ohne zu dominant oder dauerpräsent zu werden.

Wenn der Vocoder nicht durchgehend spielt, sondern nur an besonderen Stellen, ist er interessanter als im Dauereinsatz.
Gezielter Vocoder-Einsatz statt Dauerberieselung

Problem gelöst und falls bei Dir auch zu wenig akustische Abwechslung im Song sein sollte, schau mal nach, ob Du Deine Lieblingsspuren vielleicht doch von vorne bis hinten durchspielen lässt, auuch wenn ein gezielter Einsatz vielleicht die bessere Wahl wäre.

Zurückhaltung und gezielter Einsatz von Instrumenten und Effekten hält den Mix interessant und den Zuhörer mit immer neuen Hör-Highlights bei der Stange.

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