Mix-Praxis
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Im Arrangement: Mut zur Lücke | Adventskalender #16

Der Song ist gut geworden, man ist mit Akkorden, Text  und Melodie zufrieden und jetzt muss er „nur“ noch aufgenommen werden. Frisch ans Werk und der Kreativität freien Lauf gelassen spielt man Spur um Spur ein und macht den Song immer fetter und dichter, bis das Werk fertig ist.

Oft ist es allerdings leider so, dass man vor lauter Begeisterung direkt am Anfang des Songs alles in die Waagschale wirft, was man an Instrumentarium, Sounds und Lines so drauf hat, anstatt den Song Stück für Stück aufzubauen, um den Zuhörer langsam und mit steigender Dynamik zum Höhepunkt des Songs zu führen, nämlich zum letzten Refrain.

Weniger ist mehr

Ein Song, der so energiereich startet, begeistert in den ersten Takten sehr ob des opulenten Sounds, kann dann aber spätestens nach 30 Sekunden akustisch keinen mehr drauflegen und wird so für´s Ohr erst langweilig und dann uninteressant. Also gilt es, nachdem man alles aufgenommen und so weit gemischt hat, den Song genau unter diesen Gesichtspunkten noch mal zu hören.


Kill your darlings

Die Idee ist also, das Arrangement so weit auszudünnen, dass er sich bis zum Ende immer mehr steigert und zudem die einzelnen Elemente immer mal wieder auftauchen und verschwinden, um den Song durchgängig interessant zu gestalten. Bei mir war es zum Beispiel der Bass in der dritten Strophe, den ich der Abwechslung halber (und um ein wenig Energie rauszunehmen) einfach kurzerhand mit einem „Fade Out“ rausgenommen habe. Das Klangbild änderte sich, war nicht mehr so fett und als ich 5 Takte den Bass zusammen mit einem Rückwärts abgespielten Becken wieder zurückgeführt habe, hatte ich die nötige Abwechslung, die ein dritter Refrain und ein Song nach fast 2 Minuten Spielzeit gut vertragen konnte. Dies soll nur als ein Beispiel verstanden werden -seid kreativ!

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Also traut Euch, nehmt auch Eure „Babies“ mal raus aus dem Mix um zu hören, ob man so ein wenig Abwechslung kreieren kann und ich wünsche viel Spaß beim Experimentieren und viel Erfolg für noch mehr gute und abwechslungsreiche Musik!

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