Wenn ich mir das aktuelle Foo Fighters-Album anhöre, dann könnte man meinen, die Gitarren-Aufnahmen fanden nach dem Motto „Viel hilft viel“ statt. Und kaum, dass ich das gedacht habe, finde ich mich in einer Produktion wieder, in der ich selber Gitarren-Spuren stapele, als wenn es kein Morgen gibt. Aber wenn man dabei ein wenig strategisch vorgeht, entsteht dabei eben kein GItarren-Brei, sondern man ergänzt und steigert das Arrangement dadurch geschickt bis zum Höhepunkt des Songs.

Was heißt Dynamik, ich kann nicht lauter!

Einen Song sollte man ja von Anfang bis Ende dynamisch steigern, sodass spätestens beim letzten Refrain so richtig die Post abgeht. Und wenn man das ganze im Rock mit Gitarren machen kann, dann ist die hierfür nötige Gleichung relativ einfach zu verstehen:

Mehr Gitarren = fetterer Sound = „Song geht noch mehr ab!“

Jetzt besteht allerdings die Gefahr, das der Song anschließend nur noch matschig klingt und die Gitarren nicht die Dynamik steigern, sondern sogar eher vermatschen. Daher sollte man beim Doppeln zwei wesentliche „Dimensionen“ des Mixes nicht außer acht lassen: Zum einen das Stereo-Bild, zum Anderen die tonale Lage, in der man spielt.

Mono vs. Stereo, oder: breit = fett!

Wir leben in Zeiten, in denen Musik schon seit Urzeiten in Stereo abgemischt wird, aber gerade um Musik dynamisch zu gestalten ist der Rückgriff auf Mono ein legitimes Mittel, um mit dem Song nicht gleich bei 80% Vollgas zu starten, sondern erst mal ganz locker bei 30%. Denn beginnst Du bei 80%, hast Du nur noch 20% Spielraum, beginnst Du aber bei 30 % sind es 70% Steigerungspotential!

Zu diesem Zweck startet man also im Song speziell in der ersten Strophe am besten mit einer Mono-Gitarre, oder mit einer nur leicht verbreiterten Gitarre, die man dann um eine weitere Gitarre in Richtung Bridge/Refrain ergänzen oder in die Breite ziehen kann (siehe hierzu auch mein Video). Der Effekt, wenn die Gitarre von einem klein wirkenden Mono in ein breit und größer wirkenden Stereo wechselt ist enorm – zumindest solange man in Stereo abhört! Da der Refrain dann eh fett sein muss, kann man zur Mono-Gitarre dann sehr schön zwei Gitarren, die die Mono-Spur doppeln,  links und rechts ergänzen, die man bestenfalls mit einer anderen Amp-/Gitarren-Kombination einspielt.

Das Wichtigste ist Lage, Lage, Lage!

Nun kann man damit schön spielen und jeden einzelnen Teil des Songs dynamisch gestalten. Ich habe das hier mal schön „aufgemalt“:

So kann man Gitarren im Song verteilen

Abb: Beispiel Gitarren-Dynamik im Songverlauf

Und der aufmerksame Leser wird den Begriff „Dopplung hohe Lage“ bemerkt haben. Damit gemeint ist, dass man an dieser Stelle noch mal zusätzlich doppelt, aber in einer höheren Lage, z.B. eine Oktave höher. Die zusätzlichen Höhen und Obertöne sorgen für ein noch fetteres und breiteres Klangbild, ohne dass man sich noch weitere Phrasierungen einfallen lassen müsste. Ich liebe diesen Trick!

Dies ist natürlich nur ein Beispiel von vielen, aber mit diesem klassischen Steigerungs-Ansatz mit seinen eingebauten Höhen und Tiefen (oder neudeutsch Ups und Downs), kann man quasi nichts verkehrt machen. Ausprobieren ausdrücklich erlaubt und das Gleiche funktioniert auch wunderbar mit Synthesizern und in abgewandelter Form auch mit Streichern, Bläsern und Chorgesängen 🙂

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