Regeln sind sinnvoll, wie zum Beispiel dass man tiefere Frequenzen unterhalb von 80 hz möglichst mono im Mix platzieren sollte. Mono bedeutet, dass beide Lautsprecher, die man zum Stereo-hören benötigt, unterhalb von 80 hz das gleiche wiedergeben. Neben der optimalen Nutzung der großen Lautsprecher hat das auch zur Folge, dass der Bass bestmöglich und ohne Phasenschwierigkeiten druckvoll wiedergegeben wird. Wie aber soll man seinem Bass im Mix dann Räumlichkeit verpassen, wenn man im den “wichtigen Frequenzen” nicht ins räumliche Stereo-Bild darf?

Kein Raum-Hall auf den Bass! Stimmt oder stimmt nicht?

Ganz einfach kannst Du den Bass ja mit einem Raum, wie zum Beispiel dem Ocean Ways von Universal Audio, dem Valhalla-Room oder jedem anderen Reverb-PlugIn aus Deiner DAW räumlicher machen. Der räumliche Eindruck entsteht durch viele zufällige Reflexionen, die im Stereo-Panorama den Raumeindruck erzeugen. Allerdings geschieht das über das gesamte Frequenzspektrum und resultiert damit auch in Stereo-Informationen unterhalb 80 hz. Blöd, denn das soll man doch im Mix vermeiden.

Wo nichts ist, kann auch nichts dröhnen

Ein Trick das zu vermeiden, ist dem Raum einfach keine Signale unterhalb 80 hz zuzuführen. Mit anderen Worten: Alles, was nichts im Mix zu suchen hat, wird abgeschnitten. Schick zu dem Zweck Deinen Bass per Send auf einen Bus, in den Du das Raum-PlugIn Deiner Wahl lädst. nun kannst Du entweder vor oder hinter dem Raum einen Equalizer einsetzen, in dem Du per LowCut (auch HiPass genannt) einfach alles unterhalb von z.B. 300 hz abschneidest. Im Ergebnis bekommst Du einen Räumlichen Bass-Sound ohne tiefe Frequenzen. Wenn Du diesen Sound Deinem Bass nun wohl dosiert hinzufügst, bekommst Du einen räumlichen Bass ohne das Stereo-Bild unterhalb von 80 hz zuzumatschen!

Sicher ist sicher – Mono-Maker!

Mit diesem Trick hast Du auf jeden Fall eine große Schwierigkeit auf dem Weg zu einem räumlichen Bass-Eindruck beseitigt. Solltest Du aber sicher gehen wollen, dass unterhalb von 80 hz tatsächlich nichts mehr Stereo erklingt, gibt es noch einen weiteren kleinen Helfer, und der nennt sich bei den PlugIns “Mono Maker”. Gemeint ist ein Regler in den PlugIns von BRAINWORX mit selbem Namen, der einfach nur eine Grenzfrequenz einstellt, unterhalb derer das PlugIn alles rigoros  in mono ausgibt. Also selbst Rest-Stereo-Anteile werden unterhalb von z.B. eingestellten 80 hz in Mono geregelt und ausgegeben.

Mono-Maker im bx-control

Mono-Maker im bx-control

Aber oft braucht man gar kein BRAINWORX-PlugIn, sondern viele DAWs haben auch eine ähnliche Funktion in den Bordmitteln. In Logic Pro X ist das zum Beispiel der Directin-Mixer, mit dem man per Splitfrequenz festlegen kann, welcher Teil des eingehenden Signals in Mono wiedergegeben werden soll. Die folgende Einstellung macht aus dem Direction-Mixer automatisch einen kostenlosen Mono-Maker:

Mono-Maker-Ersatz Direction-Mixer in LPX

Mono-Maker-Ersatz Direction-Mixer in LPX

Sinnvoll oder totaler Quatsch

Rein physikalisch macht es Sinn, den Bass unterhalb von 100 oder 80 hz in mono zu halten, aber ist es auch musialisch doer kreativ richtig und wichtig? Mich interessiert Deine Meinung dazu als fühl Dich gerne eingeladen hier unter dem Artikel zu schreiben, wir Du das ganze siehst und ob Du Dich daran hältst, oder ob es Dir eher egal ist was im unteren Frequenzspektrum stattfindet?

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