Fette Beats sind die Basis von jedem gut klingenden Song. Wenn Du Musik machst, in der Du häufig Loops und Beats einsetzt, dann stehst Du oft vor dem Problem, dass Du im Mix keinen Zugriff auf die einzelnen Instrumente hast. Das muss nicht immer schlecht sein, aber richtig fette Beats sind halt nicht unbedingt nur mit Equalizer und Kompressor hinzubekommen. Manchmal muss man einfach noch ein paar Sounds hinzufügen und dabei helfen Dir meine Tricks.

Fette Beats ohne Samples

Drum-Beats und Loops sind ja in der Regel schon perfekt vorbereitet, deswegen sind sie ja so beliebt. EQ und Kompression sind optimal abgestimmt, sodass man den Beat nur noch in die Spur ziehen und loopen muss, schon groovt es wie die Hölle. Was aber, wenn man die Bassdrum mit weiteren Samples Schichten (denglisch layern) möchte? Ist der Beat voll quantisiert und spielt im gewünschten Tempo voll auf die Zählzeiten, kann man ganz einfach dazu programmieren. Aber was, wenn der Beat frei eingetrommelt ist oder das Tempo nicht einheitlich läuft?

Kick Drum fetter mit EQ

Wenn “nur” die Kickdrum (oder auch Bassdrum / Kick genannt) etwas fetter im Bassbereich aufspielen soll, ein EQ aber nicht richtig zum Ziel führt, dann hilft es meistens schon die Anteile der Bassdrum gezielt zu verstärken, die im Frequenzspektrum unter 100 hz liegen. Das geht am einfachsten, indem man die Spur mit dem eigentlichen Loop/Beat dupliziert, sodass man anschließend zwei gleiche Spuren mit dem exakt gleichen Inhalt vorliegen hat. In der zweiten Spur kann man nun mit einem Equalizer ganz gezielt den Frequenzbereich auswählen, den man betonen möchte. Im folgenden Beispiel siehst Du, dass ich nur den Frequenzbereich von 48 bis 90 hz mit dem Equalizer durchlasse, Du kannst aber den LowCut auch weglassen und nur mit HiCut arbeiten:

Fette Beats mit Unterstützung der Kick und einem EQ

Unterstützung der Kick mit einem EQ

Wenn Du nun diese frequenz-technisch so mit dem EQ beschnittene Spur wohl dosiert zu Deiner Original-Bassdrum hinzumischt, bekommst sie automatisch mehr Pfund, Dein Beat wird zumindest im Frequenzbereich untenrum deutlich dicker und drückt schön. Aber schön vorsichtig dosieren und am besten mit Kopfhörer und/oder einem Analyzer-Tool wie dem kostenlosen VOXENGO SPAN überprüfen, denn man kann damit schnell zu viel LowEnd hinzufügen – vor allem wen die eigenen Boxen bis dahin runter gar nicht spielen können!

Instrumente freistellen für synchrone Samples

Ähnlich kann man auch verfahren, wenn man mit einfachem Verstärken der tiefen Frequenzen nicht mehr weiterkommt und man die Kick oder andere Instrumente doppeln muss. In diesem Fall empfiehlt es sich einzelne Instrumente akustisch freizustellen, damit sie einen Sampler immer dann antriggern, wenn das gewünschte Instrument auch spielt. Am einfachsten geht das wieder mit der Bassdrum, aber auch eine Snare kann in einem Drumloop oft gut freigestellt werden.

Im Prinzip ist das ja ein wenig wie in einer Bildbearbeitung, in der man zum Freistellen eines Clowns einfach mit einem Radiergummi-Tool alles aus dem Bild entfernt, was nicht nach Clown aussieht. Vor allem, wenn Dein fetter Beat nur aus Drums besteht hast Du hier sehr gute Karten, einen Versuch ist es aber auch bei jedem anderen Loop oder Beat wert.

Kick Drum freistellen

Speziell bei der Bassdrum hat man meistens gute Karten. Dupliziere dazu die Spur mit Deinem Beat, sodass Du nun zwei gleiche Spuren vorliegen hast. Das Original kannst Du stumm schalten, auf die zweite Spur ziehst Du einen Equalizer, mit dem Du wie oben beschrieben die Bassdrum akustisch freistellst. Hierbei geht es nicht um den perfekten Sound, sondern darum, dass möglichst nur die Signalanteile der Bassdrum zu hören sind. Das Ganze wird nämlich später im Mix nicht zu hören sein, sondern ausschließlich das Steuerungssignal für den Sampler mit den passenden Kick-Samples liefern.

Samples ergänzen mit Steven Slate Trigger 2

Hast Du die Vorarbeit erledigt und zufällig ein Trigger-PlugIn wie Steven Slate Trigger2, SPL Drum Exchanger oder ähnliche zur Verfügung, kannst Du dieses nun direkt nach dem EQ einsetzen und das passende Sample auswählen. Das PlugIn spielt zuverlässig immer dann das gewählte Sample, wenn auch in Deinem ursprünglichen Beat die Kickdrum spielt. Nun noch nach Geschmack hinzumischen und schon ist das Ziel erreicht, ein fetter Beat!

Fette Beats mit Samples aus LOGIC Pro X oder Studio One

Hast Du kein Trigger-PlugIn zu Hand oder keine Lust dafür Geld auszugeben, klappt das auch mit Bordmitteln. Für PRESONUS Studio One habe ich Dir alles schon mal in diesem Artikel ausführlich beschrieben: Mehr Durchsetzungskraft für die Snare, oder: Was Studio One besser kann als Logic Pro X!

In Logic Pro X geht es aber nicht minder einfach. Du erstellst die gleiche Trigger-Spur, wie schon oben beschrieben, rechnest dann aber den EQ in die Spur ein um eine ganz saubere Steuerungs-Spur zu bekommen. Dazu klickst Du mit der rechten Maustaste im Arrange-Fenster von Logic auf die Audiodatei der Trigger-Spur und wählst im anschließenden Menü unter Bounce den Punkt “Bounce auf Speichermedium”:

Logic Pro X Option Bounce in Place

Logic Pro X Option Bounce in Place

Im anschließenden Dialog erstellst Du eine neue Spur mit den folgenden Einstellungen:

Logic Pro X Regionen bouncen

Logic Pro X Regionen bouncen

Diese neue Spur dient ausschließlich als Trigger für Logic, kann also später per Mute stummgeschaltet werden. Wähle nun im Menü oben unter dem Menü-Punkt “Spur” die Funktion “Drum-Spur ersetzen oder doppeln”:

Logic Pro X Drum Spur ersetzen

Logic Pro X Drum Spur ersetzen

Als letzten Schritt wählst Du im nächsten Dialog noch den passenden Sound aus und bestätigst mit “OK” die Umwandlung Deiner Trigger-Spur in eine MIDI-Spur, die nun jedes Sample punktgenau abspielt, das Du Dir vorstellen kannst.

Logic Pro X Dialog Drums mit Samples ersetzen

Logic Pro X Dialog Drums mit Samples ersetzen

Fette Beats mit und ohne PlugIn

Auch diese Spur kannst Du nun ganz nach Wunsch dem Beat hinzumischen, bis dahinten herauskommt, was für Dich ein fetter Beat ist. Und mit dieser Methode kann man auch eine Snare freistellen, indem man einfach nicht im unteren Frequenzbereich, sondern irgendwo zwischen 150 und 230 hz sucht, bis man hauptsächlich den Impuls der Snare hört. Anschließend gleich verfahren und auch Deine Snare spielt mit jedem Sample zusätzlich, dass Dir gefällt. Viel Spaß beim ausprobieren!

 

 

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