Ich werde regelmäßig gefragt, warum ich beim Abmischen der Vocals zwei Kompressoren benutze, wenn doch einer das auch alleine schaffen kann? Oder: Soll man mit einem Kompressor 10 db komprimieren oder lieber mit zwei Kompressoren jeweils 5 db? Natürlich sollte zunächst einmal Dein Gechmack diese Frage entscheiden. Aber wenn Du natürlich klingende Stimmen bevorzugst bist Du mit zwei Kompressoren wahrscheinlich besser dran als nur mit einem, oder? Falls Du übrigens Einsteiger bist erfährst Du hier alles Wissenswerte über Kompressoren!

Vorteile einzelner Kompressor

Nutzt man nur einen Kompressor spart man natürlich vor allem Platz bei den PlugIns sowie ein bisschen CPU-Power, also Rechenleistung. Außerdem muss man nur an einem PlugIn schrauben, um dn richtigen Sound zu bekommen – also auch eine Fehlerquelle weniger. Allerdings haben alle diese Punkte nchts mit einem optimalen Sound zu tun, der eigentlich immer oberste Priorität genießen sollte.

Nachteile einzelner Kompressor

Denn der Nachteil liegt quasi auf der Hand: Ein einzelner Kompressor muss bei einem dynamischen Instrument wie der Stimme schon viel leisten. Möchte man Pegelunterschiede von bis zu 10 db ausgleichen, muss der Kompressor stark arbeiten und dabei einen Bereich von 10 db „bespielen“. Das Ergbenis kann je nach Material recht künstlich und im schlimmsten Fall sogar klein und pumpend klingen. Das vor allem, wenn der Kompressor häufig sehr große Pegelunterschiede ausgleichen muss.

Vorteile zwei Kompressoren

Der offensichtlichste Vorteil von zwei Kompressoren auf einem Signal ist ganz klar, dass beide Kompressoren nur einen Teil der Arbeit übernehmen müssen. Selbst wenn insgesamt 10 db kompriiert werden soll, so muss jeder Kompressor für sich genommen nur 5 db komprimieren. Dadurch wird die eigentliche Kompression deutlich unauffälliger. Hinzukommt, dass zum Beispiel bei nur 6 db Kompression der einzelen Kompressor einen „Hub“ von 6 db stemmen muss – also rauf und wieder runter – und das ist schon sehr deutlich hörbar. Zweimal maximal 3 db sind dagegen deutlich charmanter am Ohr und damit unauffälliger oder auch organischer.

Nachteile zweier Kompressoren

In meinen Augen ist tatsächlich nur der höhere Rechenaufwand – also CPU-Power – ein valider Nachteil. Da die aktuellen Rechner aber mehr ls genug Rechenleistung haben sollte dieser vermeintliche Nachteil am Ende des Tages keiner sein müssen.

Wichtig ist, was hinten raus kommt

Die Theorie sowie offensichtliche Vor- bzw. Nachteile sind also bekannt. Nun aber die wichtigste Frage: Was klingt wie und was klingt besser? Wie es klingt kannst Du Dir an meinem Beispiel gerne selbst anhören.  Lade Dir einfach hier die Spuren runter (Phrasendrescher_Kompressor_Vergleich_05_2019.zip), lege sie in Deiner DAW auf zwei Spuren an und hör sie Dir abwechselnd an. Am einfachsten geht das, indem Du eine Spur auf Solo stellst und dann bei gedrückter „ALT“-Taste jeweils den Solo-Knopf beim anderen Kanal wählst. So springst Du immer zwischen den beiden Spuren hin und her und kannst genau hören, was die Unterschiede sind.

Was besser klingt musst Du Dir allerdings selbst beantworten, denn guter Sound ist in unserer schönen Audio-Welt ja immer noch und auch weiterhin ein sehr subjektiver Eindruck. Und das ist auch gut so! Schreib mir also gerne Deine Eindrücke in die Kommentare und ich bin gespannt, was Du so zu berichten hast 🙂

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