Man muss nicht alles können, aber im Tonstudio ist es schon hilfreich, wenn man Keyboard spielen, also eine Klaviertastatur bedienen kann. Aber bedienen bedeutet ja nicht zwangsläufig mit 10 Fingern gleichzeitig zu spielen. Auch mit einem einzigen Finger kann man seine Produktion schon erheblich aufmotzen. Mit den drei Beispielen aus diesem Artikel gebe ich Dir ein paar Ideen an die Hand die Dich inspirieren sollen hier noch mehr auszuprobieren. Denn nur, wenn man freie und kreativ ausprobiert, findet mal seinen Sound, der vielleicht schon die Basis für Deinen nächsten Welthit ist!

3 Beispiele – eine Grundidee fürs Keyboard spielen

Die Grundidee ist schnell erzählt: Wenn Du bei Keyboard spielen oder Klavier speilen an Grüßen wie Chili Gonzalez oder Lang Lang denkst, ist das natürlich wie nach den Sternen zu greifen. In modernen DAWs kann man aber durchaus auch mit der 1 Finger Such-Methode schon sehr weit kommen. Und dass man diese wie bei der PC-Tastatur durchaus in respektable Geschwindigkeitsbereiche bringen kann, macht Mut, das auch bei einem MIDI-Keyboard für die Musikproduktion hinzubekommen. Übung macht natürlich auch hier den Meister. Kommt es also nur noch darauf an, an welchen Stellen man mit einem Finger grüße Produktion-Erfolg feiern kann.

Fettere Gitarren mit dem MIDI-Keyboard

Sowohl in der Rock- als auch in der Popmusik gibt es immer mal wieder Stellen im Song, bei denen die Gitarren links und rechts gedoppelt werden und dann richtig große, fette Akkorde spielen. Oft bekommt man mit der Gitarre allein den Sound aber nicht groß genug. Zeit für ein bisschen Unterstützung mit dem Keyboard. Such Dir also ie passende Stelle, bei der Deine Gitarren richtig fett und groß klingende Akkorde spielen, die am besten auch noch etwas länger stehen bleiben. Nun erstellst Du zwei Instrumentenspuren mit jeweils einem anderen Klavier- oder Flügel-Sound.

Schieb die beiden neuen Sounds im Panorama nach links und rechts außen und nun kommt die Magie: Mit einem Finger kannst du die Grundnoten auf dem Keyboard spielen. Du doppelst quasi die Grundtöne der Gitarren noch mal mit einem Piano-Sound und regelst diesen dann mit dem Fader gerade so an die Hörgrenze, Sodas die Gitarren deutlich große klingen, man aber nicht erkennen kann, dass dies mit der Unterstützung durch einen Piano-Sound geschieht. Gewusst wie!

Mehr Power im Refrain

Möchtest Du, dass es in Deinem Refrain noch mehr abgeht, benötigst Du vor allem Energie und Bewegung, die den Gesamtsound unterstützt und anschiebt. Das kann man sehr gut mit Percussion-Sounds erreichen. Alternativ geht das aber auch mit dem Keyboard und einem VST Synthesizer Plugin. Such Dir dazu einfach einen Sound aus dem Synthie aus, der nicht nur statische Töne, sondern wilde Sequenzen abspielt. Man drückt eine Taste, und der Sound spielt in 8-tel oder sogar 16-tel- Noten im Songtempo und wirkt wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm. Genau dieser Sound zwischen Percussion und Synthesizer ist es, der Deinem Refrain die nötige Energie gibt.

Such Dir für ein oder zwei neue Instrumentenspuren mit entsprechendem VST Synthie zwei solche Sounds aus und nun kannst Du wieder mit einem Finger auf dem Keyboard spielen. Zum Beispiel eine Melodie, die den Hauptgesang doppelt, oder das gleiche spielt wie der Bass, oder vielleicht sogar eine ganz eigenständige Melodie. Wichtig ist nur, dass die Bewegung in den Sounds den Song anschiebt und auch hier wieder nur ganz subtil dazugemischt wird. Man darf diese Sounds also erst bemerken, wenn man sie mal stummschalten und denkt, dass da plötzlich etwas fehlt.

Größerer Sound – eine weitere Dimension hinzufügen

Betrachtet man Musik mal mit einem dreidimensionalen Blick, stellt man fest, dass es neben Breite (also links rechts-Panorama) und Tiefe (vorne & hinten) auch noch eine dritte, nämlich die Oben-Unten-Dimension gibt. Und diese äußert sich durch die Verwendung der bespielten Frequenzbänder. Nicht umsonst spricht man bei Bässen ja auch von tiefen und bei Violinen von hohen Frequenzen. Und das darf man auch beim Hören von Musik durchaus wörtlich nehmen.

Möchtest Du Deiner Musik also noch ein weitere Dimension hinzufügen, damit der Sound richtig groß wirkt, dann füg doch noch mal im obersten Register einen hohen Streichersound hinzu. Auch dafür benötigst Du nur einen Finger und kannst mit dem Streicher die passende, hochfrequente Ergänzung auf dem Keyboard spielen. Manchmal reicht es auch schon, nur den Grundton Deines Songs durchgängig stehen zu lassen und damit den immer gleichen Ton oberhalb des Songs stehen zu haben. Das erzeugt an einigen Stellen Spannung, an anderen Entspannung, bringt aber immer die nötige Größe in den Songteil!

Keyboard spielen mit nur einem Finger? Ja klar

Egal ob Du mit 10 Fingern blind nach Noten, oder nur mit einem Finger suchend auf dem Keyboard spielen kannst, die modernen DAWs nebst PlugIns ermöglichen uns mit viel Spaß und Kreativität die Möglichkeiten zu erschließen, den Sound unseres Songs auf das nächste Level zu heben. Dabei gibt es nur die Grenzen Deines Geschmacks, denn alles was hilft und klingt ist gut und (!) erlaubt! Viel Spaß beim Ausprobieren.

https://youtu.be/mUnWtt9G9ZY

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