Alle Artikel in: Mix-Praxis

Tips und Tricks beim Mix – allgemeine, DAW-unabhängige Mix-Tips und Strategieen

Nicht nur für EDM: Tapestop und Bass Drop in Logic Pro X

Es sind zwei sehr bekannte, aber nichtsdestotrotz beliebte und vor allem wirkungsvolle Effekte im Arrangement moderner Musik: Tapestop und Bass Drop! Mit beiden kan man  vor einem Refrain im wahrsten Sinne des Wortes noch mal so richtig die Handbremse ziehen, um den geneigten Zuhörer dann wohlig und mit viel Power in den folgenden „erlösenden“ Refrain zu entlassen. Zwei Effekte, ein Werkzeug Und gerade in Logic Pro X ist das Ganze sehr einfach umzusetzen, wenn man weiß wie. Denn es gibt in Logic das für mich fast wichtigste Werkzeug neben der Schere, das Fade-Tool! Mit diesem kann man bei Audio-Events nicht nur Fade-In und Fade-Out setzen, sondern auch Crossfades zwischen zwei Dateien setzen, damit diese einfach geschmeidiger und damit unauffälliger ineinander laufen. Hat man also bei einer Datei einen Fade-Out gesetzt, wird das Signal wie gewünscht leiser. Klickt man aber links im Arrange-Fenster im Inspektor auf den Fade-Out, gibt es auch noch eine weitere Option, und die heißt „verlangsamen“. Das Gegenstück beim Fade-In heißt „beschleunigen“ und wenn man diese nun auswählt, hat man seinen Tapestop-Effekt auch schon fertig – kein PlugIn …

Mix Session organisieren – So mache ich es!

Einige Menschen behaupten „Ordnung ist was für Idioten, das Genie beherrscht das Chaos!“. Andere Leute sagen, „Wer ordentlich ist, ist nur zu faul zum Suchen!“. Beim Mix eines Songs muss man aber noch mal eine andere Seite der Ordnung sehen, denn eine unübersichtliche Mix-Session hält den eigentlich sehr kreativen Prozess des Abmischens mit ständiger Sucherei immer und immer wieder auf, er gerät ins Stocken und das kann im schlimmsten Fall zum Abriss eines guten Mix-Flusses führen – der Mix wird automatisch nicht so gut, wie er es eigentlich verdient. Ordnung ist das halbe Leben Und als ich neulich bei einem Mix-Coaching gefragt wurde, wie ich meine Sessions eigentlich organisiere, kam mir direkt der Gedanke dies auch mal niederzuschreiben. Und da sind wir auch schon mittendrin 🙂 Mein Mix orientiert sich in der Regel auch an meiner Misch-Reihenfolge – im Arrangement von oben nach unten, im Mischer von links nach rechts. Oben im Arrangement stehen also in der Regel die Drums (Kick, Snare, HiHat, TomToms, gegebenenfalls Becken, Overhead, Percussions). Anschließend der Bass, dann die Gitarren gefolgt von Keyboards und …

Ganz einfach: Kompressor mit nur zwei Knöpfen richtig einstellen

„Der Kompressor, das unbekannte Wesen“, oder auch „Oft genutzt, selten richtig“ – diese beiden Aussagen treffen sicherlich bei vielen Leuten (zumeist ungewollt) zu und wer könnte ihnen angesichts der „Knöpfeflut“ moderner Kompressoren einen Vorwurf machen? Zumal die Ergbenisse eines arbeitenden Kompressors in der Regel deutlich schwerer zu hören sind als zum Beispiel der Einsatz eines Equalizers. Leiser oder lauter? Zunächst einmal ist ja wichtig zu wissen, was ein Kompressor macht und wofür man ihn einsetzt. Im Grunde ist der Kompressor ein automatischer Lautstärkeregler. Er soll die zu lauten Teile der Aufnahme in ihrer Lautstärke reduzieren und damit an den Rest der Aufnahme angleichen. Daher könnte man meinen, dass ein Kompressor das Signal leiser macht. Macht er auch, allerdings nur im ersten Schritt, denn da der Kompressor die lauten Stellen ja leiser gemacht hat, kann man die Gesamtlautstärke des Signals nun insgesamt in der Lautstärke anheben ohne dieses zu übersteuern. Der Kompressor macht also nur leiser, damit  alles zusammen lauter gemacht werden kann. Ein „gleichzeitig-Leiser-und-Lauter-Macher“ quasi. Nur zwei Knöpfe? Ehrlich? Um genau das zu erreichen braucht man eigentlich nur …

Wieviel db mehr ist doppelt so laut?

Gerade wenn es um Lautstärke geht, kommt immer etwas Unsicherheit auf, denn die Frage aus der Überschrift ist aufgrund diverser unterschiedlicher Deutungs-Ansätz nicht so einfach zu beantworten. Ein Grund mehr, mal Licht ins Dunkel zu bringen. Viel hilft viel Eigentlich sollte die Frage ja einfach zu beantworten sein, denn wenn ich sagen wir mal 0,50€ habe und noch mal 0,50 € dazulege habe ich 1,00 € und damit die doppelte Menge. Wenn ich also jetzt eine Box habe und eine zweite, genau identisch eingestellte Box dazustelle ist es auch doppelt so laut, oder? Nein, eben nicht … Doppelt ist nicht gleich doppelt Das liegt daran, dass Lautstärke keine feststehende Maßeinheit ist, sondern eher ein Begriff aus der Psychoakustik. Die empfundenen Lautstärke hängt von diversen Faktoren ab, wie zum Beispiel Frequenzspektrum, Impulslänge, Schalldruck, etc. . So wird zum Beispiel bei einem Abstand von 10 m ein Gewehrschuss mit 116 db Schalldruck als nicht so laut wahrgenommen, wie ein Düsentriebwerk im selben Abstand und mit selbem Schalldruck. Dies ganz einfach aufgrund der länge des Signals: ein Schuss entspricht einem …

Klingt wie U2, Pink Floyd oder Ed Sheeran: Coole Gitarre mit Delay

Da sitze ich also im Auto, höre den neuen Hit von Ed Sheeran mit dem schönen Titel „Castle on the hill“ und frage mich, woher ich diese treibenden Rhythmusgitarren kenne, die die ganze Zeit mit dem Beat kämpfen, so als ob jemand bei den Drums die Handbremse zieht und die Gitarren die ganze Zeit nach vorne galoppieren wollen. Gut gemacht denke ich, aber kommt mir bekannt vor. Wer hat´s erfunden? Bekannt ist diese Gitarrenarbeit zwar von The Edge von U2, allerdings auch 10 Jahre vorher hat schon David Gilmour bei „Pink Floyd“ hier echte Gitarren-Pionierarbeit geliefert. Es geht – wie Du schon richtig erraten hast – um eine spezielle Technik mit dem Delay zusammen zu spielen und dadurch diesen treibenden Charakter von Klassikern wie „Where the streets have no names“ oder eben auch „Castle on the hill“ hinzubekommen. Gewusst wie! Wenn man mal verstanden hat, wie es funktioniert, ist es relativ einfach, aber wie bei allem, was man gut können möchte, gilt auch hier: Wenn´s gut werden soll, muss man fleißig üben! Denn bei keiner anderen Art …

10 Dinge, die ich bei jedem Mix anwende

OK, 10 sind ne ganze Menge…, oder sind 10 eher wenig? Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich so viele Routine- bzw. Standard-Aktionen beim Mix an, dass es einem erst beim Aufzählen derselben auffällt, wieviele es wirklich sind. Und meine Top-10 präsentiere ich Euch heute, also 10 Dinge, die ich wirklich in jedem Mix anwende: 1. LowCut auf allen Kanälen Auf nahezu allen Kanälen nutze ich den LoCut im EQ, damit mir unnötiges Gerumpel nicht den Mix zumüllt. Selbst auf Bass und Kickdrum ist ein Sicherheits-LoCut, der dann allerdings bei 20/30 hz greift. Alles andere wird in der Regel rigoros unterhalb 100 hz oder je nach Material sogar höher abgeschnitten. So erhalte ich genug Platz für die wirklich wichtigen Instrumente in diesem Bereich und der Mix wirkt aufgeräumter und transparenter. 2. Kompressor nur, wo er auch gebraucht wird Manchmal wird es ja schon zum Automatismus bei der Kanalbearbeitung: EQ drauf, Kompressor drauf, Effekt drauf – fertig. Aber lange nicht jede Spur benötigt ein Kompressor-PlugIn und manchmal reduziert man die Dynamik des Songs einfach dadurch, dass auf …

Müde klingende MIDI-Drums aufpolieren – so kann´s klappen!

Die Crux mit MIDI-Drums ist, dass die Sounds zwar immer besser werden, aber dennoch allzuoft einfach nach Maschine klingen, eindimensional wirken und wenig eigenständig sind. Mit ein paar Handgriffen kann man hier Wunder wirken, ich will aber auch nicht verschweigen, dass der Schlüssel zu guten programmierten Drums einfach (und wie immer) auch viel Arbeit bei den Details wie z.B. der unterschiedlichen Anschlagstärke jedes einzelnen Sounds (Velocity) bedeutet. Nicht ohne Grund gibt es Beat-Spezialisten in der Popmusik, die den ganzen Tag nichts anderes als Beats und Sounds machen! With a little help from my friends Dennoch kann man mit ein paar Handgriffen schon deutlich mehr Leben in die MIDI-Drums zaubern und alles was ich dazu brauche sind EQ, Kompressor, Gate, eine Prise Hall und (!) ein Saturation-Tool – in meinem Fall (und wie so oft) das Camel Crusher Tool von ehemals Camel Audio, heute Apple! Der Crusher gibt dem Drumset den nötigen Wumms, mit dem EQ passe ich die Bassdrum im Sound an, mit Kompressor, Hall und Gate forme ich die Snare nach meinem Geschmack und das war es …

Schnell gemacht: Bass mit Charakter | Der Recording-Blog-Quicktip

Da hat man also einen Bass eingespielt und er klingt soweit ganz gut, aber selbst mit ein wenig Amp-Sound und EQ/Kompressor ist der Sound noch nicht eigenständig genug. Was tun? Gitarristen nehmen Fußtreter, Keyboarder wechseln einfach die Sounds an ihrer Preset-Schleuder und Bassisten? Doppelt hält besser Beim Gesang würde man doppeln, also warum sollte man den Bass nicht auch doppeln? Aber Bass mit Bass doppeln kann problematisch sein, was also tun? Oder wie? Man kann man zum Beispiel ein anderes Instrument nehmen – in meinem Fall eine Gitarre. Ich habe also einfach mit der Gitarre eine Amp-Simulation eines unverzerrten Verstärkers (z.B. Fender Twin Reverb) genommen und genau das Gleiche eingespielt, was der Bass macht. Wichtig ist, was hinten rauskommmt Wenn man es beim Doppeln gut hinbekommt und das Timing stimmt, kriegt der Bass eine tolle neue Farbe und in den Mitten ein deutlich definierteres Anschlagsgeräusch, das sich auch im dichten Mix besser durchsetzeb kann. Die Gitarre kann man dann nach Geschmack im Mix dazudrehen und so den Bass-Sound kontinuierlich variieren. Und wenn man das Ganze …

Mix in Mono ist Quatsch! – Wirklich?

Es gibt Fragen und Überzeugungen, die soweit ausarten können, dass die Lager mit ihren unterschiedlichen Meinungen fast schon religiöse Standpunkte beziehen. Bei uns im Studio heißt das zum Beispiel: LCR oder freies Panorama, Frequenzen unterhalb 100 hz nur im Center oder nicht, verzerrt oder clean oder eben: Mix in Mono oder nicht! The times they are a changing Früher hat sich diese Frage nicht gestellt, denn zumindest bis Ende der 70er-Jahre stand noch auf jeder Platte drauf, das diese auch in Mono abgespielt werden kann und auch die Radios dieser Zeit waren alle Mono, sodass man natürlich darauf geachtet hat, dass alle Elemente eines Mixes sowohl in Mono als auch in Stereo zu hören sind.

Ist mein Mix gut? | Anregungen, Gedanken und Fragen zur wichtigsten Frage im Homestudio

Tja, das ist sie, die Frage der Fragen, das Damoklesschwert über unseren Studiomonitoren, der Endgegner im Audiobereich. Aber kann diese Frage überhaupt irgendwie objektiv beantwortet werden? Soooo viel zu beachten … Natürlich gibt es ein paar Kriterien, die einen guten Mix ausmachen: alle Instrumente sollten klar zu hören sein kein Instrument sollte zu laut oder zu leise sein nichts sollte übersteuern, es sei denn mit Absicht Kompressoren sollten nicht all zu offensichtlich ins Geschehen eingreifen (außer mit Absicht) Hall/Delay sollten nicht zu auffällig sein (außer mit Absicht) u.s.w.