Alle Artikel in: Homerecording

Tips, und Tricks rund ums Thema Homerecording!

Mix Session organisieren – So mache ich es!

Einige Menschen behaupten „Ordnung ist was für Idioten, das Genie beherrscht das Chaos!“. Andere Leute sagen, „Wer ordentlich ist, ist nur zu faul zum Suchen!“. Beim Mix eines Songs muss man aber noch mal eine andere Seite der Ordnung sehen, denn eine unübersichtliche Mix-Session hält den eigentlich sehr kreativen Prozess des Abmischens mit ständiger Sucherei immer und immer wieder auf, er gerät ins Stocken und das kann im schlimmsten Fall zum Abriss eines guten Mix-Flusses führen – der Mix wird automatisch nicht so gut, wie er es eigentlich verdient. Ordnung ist das halbe Leben Und als ich neulich bei einem Mix-Coaching gefragt wurde, wie ich meine Sessions eigentlich organisiere, kam mir direkt der Gedanke dies auch mal niederzuschreiben. Und da sind wir auch schon mittendrin 🙂 Mein Mix orientiert sich in der Regel auch an meiner Misch-Reihenfolge – im Arrangement von oben nach unten, im Mischer von links nach rechts. Oben im Arrangement stehen also in der Regel die Drums (Kick, Snare, HiHat, TomToms, gegebenenfalls Becken, Overhead, Percussions). Anschließend der Bass, dann die Gitarren gefolgt von Keyboards und …

Ganz einfach: Kompressor mit nur zwei Knöpfen richtig einstellen

„Der Kompressor, das unbekannte Wesen“, oder auch „Oft genutzt, selten richtig“ – diese beiden Aussagen treffen sicherlich bei vielen Leuten (zumeist ungewollt) zu und wer könnte ihnen angesichts der „Knöpfeflut“ moderner Kompressoren einen Vorwurf machen? Zumal die Ergbenisse eines arbeitenden Kompressors in der Regel deutlich schwerer zu hören sind als zum Beispiel der Einsatz eines Equalizers. Leiser oder lauter? Zunächst einmal ist ja wichtig zu wissen, was ein Kompressor macht und wofür man ihn einsetzt. Im Grunde ist der Kompressor ein automatischer Lautstärkeregler. Er soll die zu lauten Teile der Aufnahme in ihrer Lautstärke reduzieren und damit an den Rest der Aufnahme angleichen. Daher könnte man meinen, dass ein Kompressor das Signal leiser macht. Macht er auch, allerdings nur im ersten Schritt, denn da der Kompressor die lauten Stellen ja leiser gemacht hat, kann man die Gesamtlautstärke des Signals nun insgesamt in der Lautstärke anheben ohne dieses zu übersteuern. Der Kompressor macht also nur leiser, damit  alles zusammen lauter gemacht werden kann. Ein „gleichzeitig-Leiser-und-Lauter-Macher“ quasi. Nur zwei Knöpfe? Ehrlich? Um genau das zu erreichen braucht man eigentlich nur …

Ist mein Mix gut? | Anregungen, Gedanken und Fragen zur wichtigsten Frage im Homestudio

Tja, das ist sie, die Frage der Fragen, das Damoklesschwert über unseren Studiomonitoren, der Endgegner im Audiobereich. Aber kann diese Frage überhaupt irgendwie objektiv beantwortet werden? Soooo viel zu beachten … Natürlich gibt es ein paar Kriterien, die einen guten Mix ausmachen: alle Instrumente sollten klar zu hören sein kein Instrument sollte zu laut oder zu leise sein nichts sollte übersteuern, es sei denn mit Absicht Kompressoren sollten nicht all zu offensichtlich ins Geschehen eingreifen (außer mit Absicht) Hall/Delay sollten nicht zu auffällig sein (außer mit Absicht) u.s.w.

Mehr Sound-Flexibilität durch ReAmping | Adventskalender #22

Wenn die Gitarre mal eben schnell eingespielt werden soll, man sich aber über den finalen Sound noch nicht im Klaren ist, kann ReAmping die perfekte Methode sein, sich  später und vor allem in Ruhe noch mal mit dem Amp-Sound auseinanderzusetzen – ohne drängelnde Band-Kollegen, Zeitdruck oder sonstige Kreativitäts-Killer! Zwei Wege, ein Ziel Die einfachste ReAmping-Variante ist natürlich, wenn man von vornherein den AmpSound mit einem PlugIn erzeugt, man die Gitarre also per DI-Box direkt ins Audiointerface und damit in die DAW geschickt hat, um dann per Amp-PlugIn den Sound zu gestalten. Wenn man aber einen echten Amp aufnehmen will, sollte man die Gitarre per Kabel zunächst in einen so genannten Splitter stecken, der dann zwei Signale ausgibt, wovon eins in den Amp und eins per DI-Box in die DAW geht. Nun kann man nicht nur den Amp-Sound, sondern gleichzeitig auch den rohen Gitarrensound aufnehmen. Play it again, Sam Bei beiden Varianten liegt also eine rohe Gitarrenspur der Performance in der DAW vor. Diese kann man nun mit Amp-PlugIns  formen wodurch das ReAmping per Preset-Wechsel nur noch einen Klick weit entfernt ist. Soll …

Wieviel Verzerrung braucht die Gitarre? | Adventskalender #20

Tja, es gibt wohl wenig Individuelleres als den eigenen Gitarrensound. Dieser passt natürlich immer zum jeweiligen Musikgeschmack und dieser wiederum gibt vor, wie stark die Gitarren in die Sättigung gefahren, also verzerrt werden sollten. Im Metal und seinen vielen Unterordnungen ist sicherlich ein deutlich anderes Brett angesagt, als beim AC/DC-Rock oder dem Foo Fighters-Sound! Viel hilft viel? Und trotzdem ist beim Recording eines RockSongs deutliches Augenmaß bei der Verzerrung angemahnt, denn wenn man sich mal die Songs der o.g. Foos oder von AC/DC anhören würde, stellte man fest, dass die Gitarren einzeln abgehört gar nicht so verzerrt sind! Zusammen ergänzen sie sich aber so, dass man denken könnte, es wäre deutlich mehr!

Drum-Recording: Jetzt geht´s um „Die Wurst“ | Adventskalender #17

Moses Schneider ist einer der angesagtesten Mixer und Produzenten in Deutschland mit Spezialgebiet „Aufnahme in schwierigen oder unter live-Bedingungen“. Auf der Suche nach einem geilen Live-Drumsound auch unter schwierigen Bedingungen hat Herr Schneider sich gedacht, stelle ich doch  ein Mikro mitten ins Schlagzeug und schaue mal, was ich damit anfangen kann?! Mittendrin statt nur dabei Die Idee ist einen Gesamtsound des eigentlich aus einzelnen Trommeln bestehenden Instrumentes Schlagzeug zu bekommen, der zwar vergleichbar mit Raummikros im Mix genutzt werden soll, dies aber mit deutlich weniger Raum- und dafür mehr Trommel-Anteil. Das Mikro wird zu diesem Zweck per Stativ so ausgerichtet, dass die Kapsel über der Fußmaschine und auf die Snare zeigend ausgerichtet wird, und im Idealfall sogar zu allen umliegenden Trommeln den selben Abstand hat – also zu Snare, Kick, Hänge- und Standtom.

Soundcheck Dynamische Mikros | Adventskalender #11

Dynamische Mikrofone stehen ja immer ein wenig im Schatten ihrer glamourösen Geschwister, den Großmembran-Kondensator-Mikrofonen, mit denen ich mich ja in einem eigenen Soundcheck schon mal auseinandergesetzt habe (Soundcheck Großmembraner). Diese hochauflösenden Feingeister sollen also in allem besser sein als ihre veralteten Tauchspul-Verwandte. Aber ist das auch so? Fakt ist … Die Großmembraner scheinen zunächst einmal in einer völlig anderen Preisliga zu spielen. Gibt es zum Beispiel den Klassiker SM-57 von Shure schon für etwas mehr als 100 Euro, so beginnt das günstige Rhode NT-1A bei knapp dem Doppeltem! Nach oben scheinen bei Großmembranern keine Grenzen gesetzt, der Oberklasse-Dynamiker Shure SM-7B kostet dagegen knapp 400 Euro – Ende!

Reflektions-Filter bei Vocal-Aufnahmen | Adventskalender #05

Sie sollen uns das Problem mit der Raumakustik nehmen und die einfache und schnelle Lösung aller Probleme im Heimstudio ohne Gesangskabine bieten. Aber was passiert wirklich, wenn man einen Reflektions-Filter hinter sein Mikro baut? Wer nicht wagt, … Das kann man nur rausfinden, indem man es testet und anschließend kritisch hört und so habe ich einfach sowohl in meinem komplett ungedämmten Wohnzimmer als auch in meinem teil- aber nicht über-dämmten Studio die gleichen Vocals 4 mal aufgenommen: im Wohnzimmer mit Reflektions-Schirm im Wohnzimmer ohne Reflektions-Schirm im Studio mit Reflektions-Schirm im Studio ohne Reflektions-Schirm

Schlagzeug mit nur einem SM57 aufnehmen | Adventskalender #02

Jetzt stehe ich da in meinem kurzen Höschen und muss die Suppe auslöffeln, die ich mir selber eingebrockt habe: „Kann man ein ganzes Drumset mit nur einem Mic aufnehmen?“ war die Frage und ich hab natürlich sofort gesagt „Ja klar“ – frei nach dem Motto „Geht nicht gibts nicht“! Einfacher als gedacht Aber wenn man sich mal damit auseinandersetzt ist es gar nicht so schwer. Man muss eigentlich nur eine kleine Hürde nehmen! Ich habe also das SM57 einfach mal als Mono-Overhead übers Schlagzeug gehängt, so dass es genau zwischen Snare und Standtom auf die Fußmaschine der Bassdrum zielt. Und man kann von diesem Mikro ja halten was man will, aber irgendwie liefert es immer ab.

Lauter gleich besser? | Gitarrenrecording Teil 3

Was für eine Frage, denn jeder, der weiss, dass man manche Amps sogar bis 11 (!) aufdrehen kann – also immer einer mehr als wie du – geht erst mal davon aus, dass dies nicht nur lauter, sondern eben auch besser ist. Aber gilt diese Weisheit auch im Studio? Die Antwort ist wie so oft: Jein! Was heißt hier Dynamik? Richtig ist, dass der Amp und die gesamte Aufnahmekette bei hoher Lautstärke durchaus anders klingen. Der Verstärker bringt neben Vorstufen- auch Endstufen-Sättigung in den Sound mit ein, der Speaker macht einen deutlich größeren Hub und bewegt dadurch mehr Luft, die Spule oder Membran des Mikrofons (je nach Bauart) macht größere Bewegungen und insgesamt ist rein physisch einfach schon deutlich mehr Energie  am Start. Aber kommt diese auch im Rechner an – also nach den A/D-Wandlern! Ich kann nicht lauter … Sound (ob laut oder leise aufgenommen) ist ja immer subjektiv, ob besser oder schlechter liegt ausschließlich im Ohre des Belauschers. Was aber definitiv im Rechner ankommt ist ein deutlich höheres Grundrauschen des Amps frei nach der Gleichung „je …