Alle Artikel in: Behind the tracks

„Behind the tracks“ – Tutorials, Tips und sonstiges rund ums Aufnehmen und Mischen in Logic Pro X.

Nicht nur für EDM: Tapestop und Bass Drop in Logic Pro X

Es sind zwei sehr bekannte, aber nichtsdestotrotz beliebte und vor allem wirkungsvolle Effekte im Arrangement moderner Musik: Tapestop und Bass Drop! Mit beiden kan man  vor einem Refrain im wahrsten Sinne des Wortes noch mal so richtig die Handbremse ziehen, um den geneigten Zuhörer dann wohlig und mit viel Power in den folgenden „erlösenden“ Refrain zu entlassen. Zwei Effekte, ein Werkzeug Und gerade in Logic Pro X ist das Ganze sehr einfach umzusetzen, wenn man weiß wie. Denn es gibt in Logic das für mich fast wichtigste Werkzeug neben der Schere, das Fade-Tool! Mit diesem kann man bei Audio-Events nicht nur Fade-In und Fade-Out setzen, sondern auch Crossfades zwischen zwei Dateien setzen, damit diese einfach geschmeidiger und damit unauffälliger ineinander laufen. Hat man also bei einer Datei einen Fade-Out gesetzt, wird das Signal wie gewünscht leiser. Klickt man aber links im Arrange-Fenster im Inspektor auf den Fade-Out, gibt es auch noch eine weitere Option, und die heißt „verlangsamen“. Das Gegenstück beim Fade-In heißt „beschleunigen“ und wenn man diese nun auswählt, hat man seinen Tapestop-Effekt auch schon fertig – kein PlugIn …

Einfach schneller: 3 Tips für die Arbeit in Logic

Ich weiß nicht, wieviele Listen mit den ultimativen Tips und Tricks für die Arbeit in und mit Logic Pro X gibt, aber für diese drei Tips wurde ich zum Einen von Euch gefragt (Danke an Wolfgang Wagner an dieser Stelle) und zum anderen nutze ich sie zwar regelmäßig, sehe  aber keine Videos oder Beiträge im Netz dazu. Also Leinen los und wir starten mit: 1. Drum-Replacement in Logic Wolfgang fragte mich in einer Mail an jonas(ät)recording-blog.com, ob ich mal ein Video über Drum-Replacement machen könnte? Kein Problem, denn es ist eigentlich“nur“ ein richtiger Klick und schon geht´s los. Nehmen wir an, Du hast von deinem echten Drumset einzelne Spuren für die einzelnen Trommeln vorliegen, dann musst du für einen Austausch der Snare nur die Spur (und damit die Events darauf) markieren und wählst dann oben in der Menüleiste unter „Spur“ den Punkt „Drum-Spur ersetzen oder doppeln“. Nach der anschließenden Spuranalyse kannst du im folgenden Dialog noch den Wunsch-Sound und einzelne andere Parameter justieren und fertig!. Die dabei entstandene Midi-Spur kannst Du auch problemlos mit jedem anderen Drum-Sampler …

Vocals besser vorm Mix platzieren mit Sidechain-Kompression

Manchmal steckt einfach der Wurm drin und man kann machen was man will: die Vocals setzen sich einfach nicht genug gegen den Rest der Musik durch. Das passiert meist in sehr dichten Mixes mit frequenztechnisch eher breit angelegten Instrumenten wie zum Beispiel Synthesizern und (verzerrten) Gitarren. Aber was machen, wenn alle Kompressor- und EQ-Tricks nicht geholfen haben? Von Autoscooter-Uwe lernen Eigentlich muss während des Gesangs ja nur die Musik ein klein wenig leiser werden, damit man den Gesang etwas besser verstehen kann. Das ist wie auf der Kirmes: Wenn der Typ am Autoscooter spricht, ist die Musik ja auch leiser. Und dieses Prinzip funktioniert natürlich auch im Mix, nur ein wenig subtiler und der Schlüssel zum Glück lautet in diesem Fall Sidechain-Kompression! Watt iss datt denn? Ein Kompressor wird ja in der Regel durch das am Eingang anliegende Signal gesteuert. Jede Pegelspitze oberhalb des Threshold sorgt für eine Kompression des Gesamtsignals, also dafür, dass alles ein wenig leiser gemacht wird. (Keine Ahnung wovon ich rede? Dann schau mal hier nach: https://recording-blog.com/der-kompressor-das-unbekannte-wesen) Und bei der Sidechain-Kompression ist das …

Kompressoren: Multitalent oder One-Trick-Pony?

Man kann die Frage auch umformulieren: Brauche ich Kompressoren von Drittanbietern? Und wenn ja, welchen? Betrachten wir es mal vom rein wirtschaftlichen Standpunkt aus: Jede DAW bringt ein eigenes Kompressor-PlugIn mit. Ob Logic Pro X, Studio One 2/3, Cubase, Pro Tools und wie sie alle heißen. Und jedes PlugIn macht das, was es soll: Es komprimiert bei richtiger Anwendung zuverlässig jedes Audiosignal und bietet hierzu auch alle relevanten Parameter, also mindestens Threshold, Ratio, Attack, Release und (MakeUp-)Gain. Es gibt also erst mal keinen  Grund, in die PlugIn-Trickkiste der Drittanbieter zu greifen und Geld auszugeben nur um gut zu komprimieren. Alles so schön bunt hier Warum suggerieren uns die Drittanbieter also ständig, dass wir ohne deren einmaliges und unerreichtes PlugIn nicht richtig komprimieren können? Natürlich zunächst einmal, weil es ihr Job ist und sie damit ihr Geld verdienen. Aber anscheinend können diese Kompressoren ja doch irgendetwas, was die Standards nicht können. OK, sie sehen meistens toll aus. Mal bunt, mal wie ein altehrwürdiges Hardware-Vorbild, mal viele Knöpfe, mal nur einer, mal idiotensicher, mal das „the-one-and-only“-Tool des Grammy-sammelnden Mixing-Gurus. All das und noch …

Phasenweise Mono! Oder: Karaoke auf Knopfdruck

Manchmal möchte man sich aus erfolgreichen Produktionen eine Idee oder ein Lick „ausleihen“ – oder zumindest mal hören, wie sie es gespielt haben. Oder man fragt sich, welcher Hall auf dem Gesang oder dem Chor liegt, aber dieser geht einfach im Mix unter. Ist ja auch klar, wenn man ihn direkt hören würde, wäre der Mix wahrscheinlich komplett verbogen. Aber wie kommt man an diese geheimen Zutaten ohne ins Studio einzubrechen und sich die einzelnen Spuren solo anzuhören? Der Magic-Stick Eine Antwort ist so einfach wie banal, denn alles vorgenannte wird sich im Mix in der Regel im Stereo-Teil des Songs verstecken und dafür muss man ja eigentlich nur die Mono-Informationen „ausknipsen“. Aber wie? Zum Glück gibt es in Studio One 3 das oft unterschätzte Mixtool, das in diesem Fall fast schon zum Schweizer Messer wird! Gewusst wie Für dieses Beispiel ladet Euch einfach mal den Song Eurer Wahl auf eine Stereo-Spur und fügt dann das Mixtool hinzu. Der Song sollte mindestens ein hochwertiges mp3 sein, besser noch ein unkomprimiertes wav. Wenn Ihr jetzt abspielt, klingt der Song ganz normal. …

Live fast unentbehrlich: Click-Track für Auftritte mit vorproduzierten Backings

Mitte der 1980er Jahre war es mehr als verpöhnt, den eigenen Bandsound mit Zuspielern aus Sequenzern oder vom Band zu „unterstützen“. Ich selbst musste mir 1987 nach meinem Besuch bei „Frankie goes to Hollywood“ in Dortmund vorwerfen lassen, dass die doch gar nicht richtig live gespielt haben, sondern viel vom Band kam. Dabei war mir das völlig egal, denn der Sound war bombastisch und die Show erst recht. Heutzutage ist das kein Thema mehr, ganz im Gegenteil, denn durch die mittlerweile für Jeden erschwinglichen Produktionsmittel wie Mikros, Vorverstärker, Interfaces und Computer kann man mit ein wenig KnowHow ganz schnell einen Backingtrack erstellen, der der eigenen Band auf der Bühne das kleine Maß mehr an professionellem Sound verpasst – sei es durch zusätzliche Vocals, Synthesizer oder auch Bläser. Bei Dir tickts wohl?! Aber damit auch alle mit dem Backing sauber zusammenspielen, braucht es hierzu einen passenden Klick-Track oder Altdeutsch ein Metronom, welches dem Drummer anzeigt, wann der Song losgeht und vor allem in welchem Tempo er spielen soll. Auch wenn ein Metronom erst mal gegen die Drummer-Ehre geht („Alter, …

Fett: Metal-Brett

Wenn es im Song mal richtig zur Sache gehen soll, hilft nur ein fettes Metal-Brett, aber was sind die passenden Zutaten, um hier auch den amtlichen Sound zu bekommen? Ganz einfach, es gibt genau gesagt drei: Doppeln richtige Soundauswahl Spezial-Zutat Doppeln, doppeln, doppeln Ich glaube, das ist die wohl wichtigste Arbeitsweise beim Metal-Brett, aber auch bei allen Musikrichtungen, bei denen man eine echte WallOfSound haben möchte. Man spielt also eine erste Gitarre mit einem schönen Metal-Sound zweimal ein (nicht zu matschig, also nicht zuviel Gain!) und legt den einen Take mit dem Panoramaregler nach ganz links außen, den anderen nach rechts außen. Und dann … das gleich noch mal! Welcher Sound ist der richtige? Aber beim zweiten Durchlauf sollte man am besten einen anderen Verstärker und eine andere Gitarre nehmen, mindestens aber am Amp (oder im PlugIn) einen anderen Sound einstellen. Im Idealfall ergänzen sich beide Sounds! Wenn zum Beispiel der erste Sound eher heller klingend und im HighGain-Bereich war, kann der zweite ruhig etwas fetter und crunchiger, also weniger verzerrt sein, dadurch bekommt der …

Mix in Mono aber warum?

Als Ende der 1950er Jahre die ersten Stereo-Platten auf den Markt kamen, wurde dies für eine Mode gehalten. Niemand konnte sich einen sauteuren Stereo-Plattenspieler leisten. „Stereo ist eine Erfindung der Plattenindustrie“ war damals ein geflügeltes Wort. Aber ganz richtig ist das so nicht, denn sonst hätten wir ja auch nur ein Ohr! Richtig ist also, dass wir mit beiden Ohren unterschiedlich den Schall aufnehmen und dadurch unter anderem Entfernung und Richtung des Schalls sehr gut abschätzen können. Und das nicht nur in, sondern gerade wegen Stereo. Und warum dann noch Mono? Zunächst einmal mussten auch damals alle Platten Mono-kompatibel, also mono abspielbar sein, da ja nicht jeder einen Stereo-Abspieler sein eigen nennen konnte, wohl aber die Musik hören mochte. Das ist übrigens damals wie heute gleich, nur dass der Grund für Mono-Kompatibilität nicht die Unerschwinglichkeit eines Stereo-Gerätes ist, sondern schlicht und ergreifend die beschränkten Fähigkeiten des jeweiligen Abspielers: Handys, Tablets oder auch Radios! Aber auch Musik in Restaurants und Supermärkten etc. ist auch heute noch zu einem sehr großen Teil Mono. Wenn´s Stereo gut klingt, sollte Mono auch …

Fette Vocals trotz dünner Stimme

Ich mag meine Stimme, ehrlich, aber für so manchen Song ist sie mir einfach zu dünn. Wie zum Beispiel bei meinem aktuellen Cover des Foo Fighter-Klassikers „Everlong“, welchen ich am Wochenende auf meinem „nur Musik“-Kanal TheMusicMan bei Youtube herausbringen werde. Also was tun? Na klar, Doppeln ist das Zauberwort und das ist natürlich das Erste, was ich gemacht habe. Aber ich wollte, dass meine Stimme nicht nur zweimal erklingt, sonder größer und fetter wird, also schnell ein Delay in die gedoppelte Spur reingeladen, die linke und rechte Seite unterschiedlich verzögert (z.B. Links 5 ms, rechts 10 ms) und mit 100% Mixverhältnis noch schwupps nur das verzögerte Signal zugemischt und schon klingt die Stimme zumindest schon mal größer und breiter. Aber wie wird´s fetter? Im letzten Beitrag zum Thema Gitarren doppeln habe ich schon ermutigt: Traut Euch beim Doppeln auch in andere Lagen, und das ist nun auch hier das Stichwort! Ich habe den ganzen Track einfach noch mal genau eine Oktave, also 12 Halbtöne tiefer eingesungen und den beiden bereits vorhandenen Stimmen ganz subtil hinzugemischt. Dabei …

Gitarren (noch) besser doppeln

Man kennt das, die A- oder E-Gitarre klingt eigentlich ganz gut, aber irgendwie nicht fett genug, nicht groß genug. Sofort schwirrt einem durch den Kopf: OK, die muss ich doppeln! Aber wie mache ich das am besten? Was ist doppeln? Das Wort Doppeln ist ja im Prinzip selbsterklärend, denn wenn etwas doppelt vorliegt, ist es nicht alleine, also mindestens zweimal vorhanden – soweit, so gut! Nehmen wir als Grundsituation mal an, wir haben eine Gitarre aufgenommen, die in der Mitte positioniert ist und nun fetter klingen soll. Doppeln ohne Neuaufnahme Falls man nicht neu aufnehmen kann (z.B. weil der Gitarrist nicht mehr da ist) oder will reicht es aus, eine neue Spur zu erstellen und die vorhandene Gitarre in diese zu kopieren. Nun liegt sie auf zwei Spuren vor, ist aber nicht „gedoppelt“, sondern insgesamt nur zweimal vorhanden und damit erst mal nur lauter. Wenn man nun aber ein Stereo-Delay in die neue Spur lädt, und die Delay-Zeit für links und rechts auf zwei sehr kleine, unterschiedliche Werte stellt (z.B. Links 5 ms, rechts 10 ms) und …