Der Bass ist ein sensibles Wesen. Zum einen soll er verlässlich untenrum das Fundament des Songs legen, zum anderen soll er aber auch einen eigenen Charakter haben – zumindest in manchen Songs. Charakter kann man zum Beispiel über einen Verzerrer (egal ob Saturation, Distortion oder Overdrive genannt  oder ein Amp-PlugIn erreichen. Wenn man diese PlugIns allerdings direkt in der Bass-Spur verwendet kann es schnell passieren, dass diese Bearbeitung den Tiefbassbereich schwächt und somit das Fundament des Songs flöten geht. Man muss also einen Weg finden, den Bassbereich zu erhalten, aber trotzdem Energie und Charakter ins Signal zu zaubern.

Aus eins mach zwei 

Wenn man aber ganz analytisch rangeht, dann kommt man schnell darauf, dass man Fundament UND Charakter möglicherweise nicht gleichzeitig in einer Spur erzeugen kann. Da wir aber im Gegensatz zu den Live-Kollegen in der wunderbaren Welt der Digitalen Audio-Workstations (also DAWs) leben, sind unserer Kreativität in diesem Bereich keinerlei Grenzen gesetzt. Wir machen einfach per „Spur duplizieren“ aus einer Bass Spur zwei (Bass-Low und Bass-Hi) und laden in beide einen Equalizer rein, der nur die Aufgabe hat, die Signale in zwei verschiedene Frequenzbereiche aufzuteilen.

  • in der Spur Bass-Low schneiden wir mit einem EQ per Hi-Cut (also Low-Pass) die Höhen und oberen Mitten ab und konzentrieren uns damit in dieser Spur auf den Bassbereich des Signals.
  • In der zweiten (parallelen) Spur (Bass-Hi) schneiden wir mit einem Low-Cut (oder auch Hi-Pass genannt) alle Bässe ab und bearbeiten in dieser Spur nun den oberen Frequenzbereich des Basses.

In der Bass-Low-Spur können wir nun mit EQ und Kompressor den Sound gleichmäßig und satt gestalten. In der Bass-Hi-Spur können wir allerdings ein keines bisschen wilde Sau spielen und wie oben schon angesprochen mal mit einem Verzerrer experimentieren. Ich nehme hier gerne den Camel-Crusher oder den TSE-Audio BOD, der im Kern einem Sansamp von Tech 21 nahekommt. Mit beiden kann man dem oberen Frequenzspektrum des Basses so richtig Drive verpassen, was im gesamten Mix deutlich mehr Energie im Bass vermittelt

Eins plus Eins macht EINS

Diese beiden Spuren führen wir dann in einem Bus wieder zusammen und können den neu entstandenen Bassound ab da wieder wie ein einzelnes Instrument bearbeiten. Das Mixverhältnis von Bass-Low und Bass-Hi regelt man nun ganz gemütlich mit den Fadern der jeweiligen Spuren, was am besten im kompletten Mix und nicht Solo geschieht. Einfach nach Geschmack regeln und dann im Bass-Bus ganz normal weiterbearbeiten – Fertig!

https://youtu.be/sTD8NIm0hzQ

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