Kaum ein Effekt ist so umstritten wie der Autotune-Effekt. Hat man sich Mitte der 1990er Jahre noch zusammen mit Cher und Ihrem Welthit “Believe” in diesen außergewöhnlichen und neuen Effekt verliebt, ist die Wirkung von Autotune heute eher umgekehrt. Nicht wenige könnten auch gut auf den Sound von Autotune verzichten. Aber gilt grundsätzlich, dass Autotune außer im nach ihm benannten Autotune-Rap nichts in der Musik-Produktion verloren hat? Oder kann man mit ihm nahezu jedes Gere bereichern, und zwar so, dass im Zweifel noch nicht mal auffällt, dass dieser Effekt am Song beteiligt ist?

Autotune, oder: Die Dosis macht das Gift

Ja, frei nach Paracelsus macht erst eine erhöhte Dosis einen Stoff unangenehm, gefährlich oder sogar tödlich. Und so scheint es auch mit Autotune zu sein. In Maßen genossen, kann der Effekt einem Sänger, der sich kurzfristig “bem Singen “verhoben” hat, wieder in die Spur helfen. Wird aber erst Dank Autotune aus dem Menschen vor dem Mikro ein Sänger, kann es schnell für den ein oder anderen zur Überdosis Autotune kommen. Beim Test-Video zum Autotune-PlugIn “Crispy Tuner” gingen die Meinungen auch weit auseinander. Von “Super, hab’s gleich gekauft” bis “Vergesst Autotune, lernt singen) war so ziemlich alles dabei.

Kommentare zum Crispy Tuner PlugIn

Kommentare Pro und Contra zum Autotune PlugIn Crispy Tuner

Den Artikel nebst Video zum Crispy Tuner findest Du hier noch mal zum Nachlesen und wenn Du das PlugIn kaufen möchtest, dann kannst Du das unter diesem Link machen und mit dem Rabattcode RECORDINGBLOG10 sogar noch 10 % sparen.

Unauffällig kreativ mit dem Crispy Tuner

Geht man also behutsam und gleichermaßen kreativ mit Autotune zu Werke, so bekommt man ein machtvolles Hilfsmittel, dass einem nahezu jeden Gesang noch etwas mehr veredeln kann. Zwei Beispiele möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen, die man in fast jeder Musikrichtung anwenden kann, solange man sie unaufdringlich und behutsam ergänzt. Zum Einen geht es um die Dopplung einer Gesangsaufnahme, wenn keine weiteren Spuren zur Verfügung stehen. Zum anderen um einen Chor- oder auch Harmonie-Gesang, der fast jeden Refrain noch etwas größer klingen lässt.

Doppeln mit Autotune

Um mit dem Crispy Tuner unauffällig eine Dopplung der Hauptstimme zu bekommen, duplizierst Du einfach die Hauptstimme auf eine neue Spur und schneidest alles weg, was nicht gedoppelt werden soll. Der Vorteil ist hier, dass man gezielt einzelne Zeilen durch die Dopplung leicht hervorheben und damit in der Wichtigkeit der Aussage unterstützen kann. Hast Du diese Vorbereitung getroffen, ergänze noch das Autotune-PlugIn Diener Wahl, in meinem Fall der Crispy Tuner. Dieser sollte nun auf die richtige Tonart eingestellt werden und darf ruhig kräftig korrigieren. Spiel gerne mit den Parametern der Schnelligkeit der Korrektur rum, damit nicht zu viele offensichtliche “Überschlagseffekte” zwischen zwei Tönen vorkommen.

Ich ergänze nach getaner Korrektur gerne noch einen Wider von Infected Mushrooms, um das so gedoppelte Signal aus der Mono-Mitte herauszuholen und monokompatibel auf die Seiten zu verschieben. Den Wider und eine Beschreibung findest Du unter diesem Link! Das Ganze dann noch subtil als Dopplung hinzugeschoben und schon bekommt man einen unauffällig, und trotzdem tollen Dopplung-Effekt, der sich durch ein herausragendes Dopplungs-Timing auszeichnet und trotzdem als Komplet eigenständige  gedoppelte Stimme wirkt.

Königsdisziplin Harmonie- oder Chor-Gesang

Was die Beatbands und den aufstrebenden Rock´n-Rol der 1960er Jahre neben den herausragenden Songs bis heute auszeichnet, ist, dass in den Bands dieser Zeit alle Musiker singen konnten. Herauszuheben wären da sicherlich die Beatles und die Beach Boys, deren Musik erst durch die tollen Chorgesänge die wahre Magie entwickelten. Musik mit großen Harmonie-Gesängen auf ein neues Level zu heben haben dann Bands wie Queen oder auch Abba in den 1970ern weiter perfektioniert und noch immer liegt die Latte seit dem hoch. Mit anderen Worten, guter Harmoniegesang kann jeden Refrain und jeden Song besser und größer klingen lassen. Blöd nur, wenn entweder das Talent zum Schreiben oder zum Singen solcher Chöre nicht vorhanden ist.

Mit einem Autotune-PlugIn wie dem Crispy Tuner wird aber auch diese Hürde deutlich niedriger gelegt. Denn der Crsipy Tuner hat ein Harmonie-Modul (Transpose-Regler), mit dem man nahezu jedes Intervall so hinzufügen kann, dass es harmonisch immer in den Kontext passt. Zumindest, wenn man mit dem Scale-Finder die Grundtonart sauber ermittelt und eingestellt hat.

3 Stimmen sollt Ihr sein

In unserem Beispiel habe ich die Hauptstimme im Refrain noch mal auf insgesamt 3 Spuren dupliziert und dann jeweils noch den Crispy Tuner sowie einen Wider zum Verbreitern hinzugefügt.

Zusätzliche Features in der Advanced Ansicht des Crispy Tuner

Zusätzliche Features in der Advanced Ansicht des Crispy Tuner

Mit dem Transpose-Regler stellst Du zum Beispiel zusätzliche Stimmen in den passenden Intervallen Quinte und Terz ein. Diese sind aber so nicht benannt, sondern heißen – 2 Steps oder +3 Steps. Da die damit einzustellenden Intervalle ein wenig variieren, empfehle ich Dir einfach herumzuprobieren und auf Deine Ohren zu vertrauen. Klingt es gut und harmonisch bist Du am Ziel angekommen. Im Video zeige ich Dir auch genau die Einstellungen, bei denen ich am Ende für meinen Chor herausgekommen bin. Diese können ja als kleine Orientierung für Dich dienen!

Autotune ist nicht der Teufel

In Maßen und subtil eingesetzt kann Autotune also jeden Gesang aufwerten und interessanter machen. Und das so unauffällig, dass de geneigte Zuhörer vor dem Radio nie auf die Idee käme, dass hier ein Autotune PlugIn aktiv ist. Denn in diesem Fall steht nicht de Effekt, sondern das Werkzeug im Vordergrund und damit wird ein PlugIn wie der Crispy Tuner dann erst richtig wertvoll!

 

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