Im Herbst 2021 habe ich die brandneuen VOLT-Audio-Interfaces von Universal Audio getestet. Eine der am meisten gestellten Fragen in dem Zusammenhang war: Kann ich denn damit dann auch endlich die Plugins von Universal Audio nutzen? Die brauchen ja normalerweise noch ein Appollo-Interfaces oder eine teure DSP-Erweiterungen? Meine Antwort darauf war: „Leider nein!“. Zumindest bis jetzt!

UAD-Spark: PlugIns von Universal Audio ohne DSP

Für alle, die kein Apollo-Interface haben, aber trotzdem gerne die PlugIns von UA nutzen möchten, gibt es jetzt eine gute Nachricht. Denn mit UAD-Spark startet Universal Audio nicht nur einen Abo-Service, der nun endlich auch ohne den einzelnen Kauf Zugriff auf die hauseigenen PlugIns ermöglicht, sondern diese benötigen auch keine DSP, also digitalen Signalprozessoren zum Betrieb. Sie laufen nativ auf dem Prozessor des Rechners!

Warum extra DSPs für UAD2-PlugIns von Universal Audio?

Werden die Berechnungen von PlugIns nicht vom Prozessor, sondern von spezialisierten DSPs berechnet, geht dieser Vorgang viel schneller und damit nahezu verzögerungsfrei, also latenzfrei vor sich. Man kann als mit PlugIns wie zum Beispiel einem Neve 1073 Preamp plus Kmpressor und Limiter im Eingangskanal ohne Vezögerung aufnehmen. Das geht mit PlugIns, die vom Rechner berechnet werden müssen nicht.

Darum UAD2-PlugIns bei Aufnahmen und beim Abmischen

Ich liebe vor allem die verschiedenen 1176 Kompressoren, aber auch das Ocean Way Studio-PlugIn ist auf Drums echt ne Wucht. Der Neve 1073 Preamp und EQ für Vocals, die Capital Chambers für Hall, und die ATR-102 Bandmaschine auf dem MasterBus – das sind nur einige Plugins, die ich in nahezu jedem Mix nutze, einfach weil sie so fantastisch klingen. Das hat mich über die Zeit eine feine Stange Geld gekostet, aber das habe ich mir halt gegönnt und bis heute auch eigentlich nicht bereut.

Nachteile von DSP bei der Nutzung von UAD2-PlugIns

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und trotz wirklich gutem Sound haben die Plugins von Universal Audio auch ein paar rein praktische Nachteile:

  1. Qualität hat anscheinend ihren Preis, denn die Plugins von UA sind echt nicht günstig. Preiswert, also ihren Preis wert vielleicht, aber nicht günstig . Der 1073-PreAmp als PlugIn zum Beispiel für 299 €, reduziert vielleicht 149 €!
  2. Die Plugins laufen nur auf speziellen Signalprozessoren, sogenannten DSPs, die man zusätzlich kaufen muss, oder die in den Apollo-Interfaces drin stecken.
  3. Vielleicht am schlimmsten: Man kann nicht so viele PlugIns nutzen wie man gerne möchte, denn sobald die DSP-Power ausgeschöpft ist, muss man Spuren einfrieren, Plugins fest in die Spur bouncen oder eben auf andere PlugIns ausweichen. Also mal eben ne Bandmaschine und einen 1176 Revision A auf 50 Kanäle wuppen ist mit den 6 DSPs in einer Apollo nicht zu machen.

UAD-Spark: UAD-PlugIns ohne DSP oder spezielle Hardware

Anscheinend haben die Menschen bei Universal Audio nun auch mitbekommen, dass moderne Rechner so leistungsfähig sind, dass man zumindest beim Abmischen eigentlich keine extra DSPs mehr braucht. Beim latenzfreien Aufnehmen mit CPU-intensiven PlugIns wie der Avalon 737-PreAmp, 1176 AE und nem teuren Lexicon-Hall ist das was anderes, aber beim Mix kann das der eigene Rechner heutzutage eigentlich komplett alleine.

So funktioniert UAD-Spark von Universal Audio

Deswegen gibt es jetzt „Spark“, einen brandneuen Abo-Service a‘ la Slate „All Access Pass“, der es jetzt endlich möglich machen soll, die PlugIns auch ohne extra DSPs von Universal Audio zu benutzen. Also quasi native auf jedem Rechner und auch dann, wenn du ein „VOLT“-Interface hast, oder sogar gar nix von Universal Audio, also zum Beispiel „nur“ ein kleines Focusrite Scarlett-interface wie ich hier.

Das kostet das UAD-Spark Abo

Außerdem muss man die Plugins nicht mehr einzeln kaufen sondern kann mit nem Abo bestimmen, ob und wie lange man die darin enthaltenen Plugins nutzen will. Also vielleicht nur mal in einem Projekt für einen Monat oder ganzjährig . Der einzelne Monat kostet knapp 20 Dollar, das ganze Jahr mit knapp 150 Dollar genau so viel wie das Slate Bundle, also ungefähr 12,50 pro Monat. Aber wenn Du das mal mit dem eben genannten Preis von einem einzelnen 1073-PlugIn vergleichst sparst Du im Jahres-Abo quasi schon ab dem zweiten Plugin, das im Bundle ist und dabei habe ich die DSP noch gar nicht mit reingerechnet.

Aktuelle Einschränkungen bei UAD-Spark (April 2022)

Das Ganze läuft aktuell mal wieder nur auf dem MAC, soll aber schon im Herbst auch für Windows kommen und vielleicht sind bis dahin dann auch noch mehr Plugins enthalten, denn die Auswahl zum Start ist zwar schon ganz gut, aber wenn man mal schaut, was UA so alles schon als PlugIn veröffentlicht hat, kann man sich in Zukunft auf jeden Fall noch auf das ein oder andere Schätzchen dann zum Abo-Sparpreis freuen.

UAD-Spark Vorteile für UAD2-Nutzer mit Apollo oder Satellite

Falls Du wie ich schon jede Menge PlugIns haben solltest, ist der Spark-Service sogar für die Plugins, die Du schon gekauft hast, komplett ohne Abo-Gebühr zu nutzen. Du kannst jetzt also in Deinen Sessions endlich so viele von Deinen UA-Plugins benutzen, wie Du möchtest. Endlich kein DSP-Limit mehr für Deine Lieblings-PlugIns – zumindest sofern die Plugins auch schon für die Spark-Plattform erschienen sind.

Alles über UAD-Spark: Universal Audio PlugIns jetzt für Alle | Tutorial | Recording-Blog MP131
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