Ich gebe ja nicht nur Tipps im Bereich Mixing, sondern bin auch gleichzeitig ein Verfechter von interessanten und abwechslungsreichen Arrangements. Diese halten die Aufmerksamkeit des Zuhörers bei der Stange und erzeugen diesen magischen „muss ich direkt noch mal hören“-Effekt. Wenn man also seine Beats und seine Songs akustisch interessant und abwechslungsreich gestalten möchte, sollte man im gesamten Verlauf immer mal wieder ein paar akustische Kleinigkeiten einbauen. Hier mal eine unerwartete Hallfahne auf einem Wort, da mal ein Shaker, der nur an einer Stelle spielt usw. . Und spätestens seit den Beatles gehören auch umgekehrt, also rückwärts abgespielte Sounds zu dieser Kategorie.

Die nächste Fahrt geht rückwärts

Und man kann nahezu alles rückwärts abspielen: Gitarren-Akkorde, Synthesizer-Sounds, Klavier, Gesang, einzelne Worte, ganze Gitarren-Soli, uvm. ! Wenn man aber einen schönen Anschwell-Effekt haben möchte, sind einzeln angeschlagene Sounds oder Akkorde mit einer Ausklingphase am besten. Inn der DAW Deiner Wahl ist das heutzutage überhaupt kein Problem mehr, mal eben einen Sound rückwärts anzuhören. Wo früher noch aufwendig Band geschnitten und umgedreht wieder eingeklebt wurde, reichen heute zwei(drei Klicks und fertig.

Auf die Plätze, fertig, rückwärts

Für diesen Anschwell-Effekt wähle ich mir zunächst einmal einen passenden Sound aus. In meinem Fall soll ein Snare-Schlag anschwellen und dann kommt der Schlag. Dazu schneide ich zunächst den Snare-Schlag meiner Wahl frei und kopiere ihn auf eine weitere Spur. Am einfachsten ist es, wenn man die Snare-Spur ohne Inhalt noch mal dupliziert, das erhält auch sofort alle bisherigen PlugIns und Einstellungen! Nun kopiere ich den freigeschnitten Sound in die neue Spur, sodass dieser nun doppelt in beiden Spuren vorliegt.

Mit einem Rechts-Klick auf den einzelnen Snareschlag komme ich ins Auswahlmenü und suche dort nach „Audio umkehren“, „Reverse“, „rückwärts spielen“ oder ähnliches. Einmal gefunden und angeklickt ist die Snare auch schon Rückwärts und schwillt nun klanglich schön an. Jetzt muss man die Rückwärts-Snare nur noch so weit nach vorne schieben, dass die beiden Transienten beider Snares so übereinander liegen, dass man keinen Doppelschlag (englisch „Flam“) hört, sondern nur das Anschwellen und dann den richtigen Snare-Schlag.

So einfach kann´s gehen

Jetzt kann man diesen Sound noch nach Geschmack im Pegel hinzu mischen und natürlich auch an anderen Stellen noch mal verwenden. Denn so coole Sachen kann man auch zwei oder drei mal im Song verstecken, das Arrangement soll ja interessant bleiben!

https://youtu.be/aNjGKVzhDAk

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