Als Sennheiser auf mich zukam und mir schrieb, ob ich nicht mal ein USB-Mikrofon ausprobieren möchte, war ich erst mal kurz beleidigt, dann aber recht schnell gespannt. Beleidigt, weil ich doch einen seriösen und anspruchsvollen Recording-Blog führe und zunächst dachte, dass es sich um einen USB-Plastikanstecker handelt. Gespannt, als ich las, dass es sich um ein Großmembran-Mikrofon mit eingebauten AD-Wandlern der Luxusschmiede Apogee handeln soll. Also hab ich zugesagt und kurz nach meinem Urlaub lag das gute Stück auf meinem Schreibtisch (Danke an dieser Stelle an Stefan Peters von Sennheiser für die unkomplizierte Abwicklung).

Dann zeig mal, was Du drauf hast

Also ausgepackt, aufgebaut, eingesteckt und … OK, der Reihe nach. Zunächst einmal ist das MK4 ein ansprechendes und sehr wertiges Mikrofon, das man wie auch seine „normalen“ Kollegen an einem Mikro-Ständer anbringen und ab dann auch wie üblich „besingen“ kann. Etwas gewöhnungsbedürftig in dem Zusammenhang ist dann schon, dass man eben kein amtliches XLR-Kabel einsteckt, sondern ein mit 1 m Länge leider viel zu kurz geratenes USB-Kabel, das mikroseitig einen speziellen Stecker hat, der sich aber gut im Mikro verriegelt. Hab ich schon erwähnt, dass das Kabel sehr kurz ist? Es reichte bei mir zumindest nur so gerade vom Mikro zum Rechner, sodass ich im Sitzen singen musste. Aber wahrscheinlich ist der Hauptanwendungszweck direkt neben einem Laptop oder iPad, sodass in solchen Fällen wahrscheinlich eher ein langes Kabel hinderlich wäre. USB-Kabel sollten in der Regel nicht länger als 5 m sein, was dann aber am Ende doch für viele Anwendungen ausreichen sollte – vorausgesetzt man hat eine hochwertige Verlängerung zur Hand!

Jetzt aber

Das Mikro meldet sich sofort als Eingabegerät an meinem Mac und auch am iPad an und kann quasi sofort benutzt werden. Also flugs Studio On geöffnet, eine Aufnahme gestartet und – häh? Hat der überhaupt aufgenommen? Kurz die Boxen aufgedreht und die Antwort ist: Ja, aber seeeeehr leise. Am Preamp dreht man in dem Fall den Input-Gain höher bis es passt, aber bei einem USB-All–in-One-Mikro? Die Bedienungsanleitung war hier nicht sehr hilfreich (oder ich zu dumm) und den Downloadversuch von Einstellsoftware bei Apogee habe ich nach 30 Minuten frustriert und ohne Erfolg abgebrochen. Was tun? So kann ich es nicht gebrauchen, also zurückschicken?

Wer suchet, der findet

Zum Glück bin ich über die Systemeinstellungen auf meinem Apple gestolpert und habe den von mir bisher nie als relevant wahrgenommenen Apple-eigenen Regler für die Eingangslautstärke gefunden, der aber in diesem Fall einwandfrei funktioniert. Also zweiter Versuch und siehe da, in Studio One kommt ordentlich Pegel an und (!) ein toll klingendes Signal. Schnell ein paar Zeilen gelesen (Popschutz nicht vergessen) und schon kann die Hörbuchproduktion losgehen. Auch mit einer Akustik-Gitarre vorm Bauch und mit etwas mehr Abstand macht das Mikro mehr als respektable Aufnahmen. Kein wahrnehmbares Eigenrauschen, toller Klang sowohl oben als auch unten rum. Mit anderen Worten erst mal alles super. Die Ergebnisse kannst Du Dir im Video anhören und wie sich das Mikro im Rahmen einer echten Aufnahme schlägt schauen wir uns am besten gemeinsam an, wenn ich am Montag, 16.10.2017 um 21 Uhr in einem Live-Stream bei Youtube die Vocals für einen ganzen Track aufnehme und mische. Man darf gespannt sein, ich bin es jedenfalls 😉

https://youtu.be/LFAFBdWw_LA

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