Automation umweht ähnlich dem Mastering ein wenig der Hauch des „ich trau mich nicht“. Warum eigentlich? Die Anwendung ist heutzutage wirklich kinderleicht und erst die umfassende Nutzung von Automation in der DAW bringt Dich einen Schritt näher ans Profi-Lager. Fader-Automation ist dabei ein perfekter und leicht zu beherrschender Einstieg.

Fader-Automation für Einsteiger

Natürlich kann man Unmengen an Parametern jedes einzelnen PlugIns von der DAW automatisch steuern und verändern lassen. Zumindest wenn man ihr vorher mitgeteilt hat, was, wann und wo automatisiert werden soll. Um in diesem Parameter-Dschungel nicht unterzugehen konzentrieren wir uns heute zunächst einmal auf die Mutter aller Automationen: Die Fader jedes einzelnen Kanals!

Wie automatisiert man Fader?

In der Regel ist der Fader oder auch Volume genannte Parameter der erste und wichtigste, der aufgerufen wird, wenn an die Automation aktiviert. In Logic Pro X und Studio One geschieht dies über die Taste „A“. Schon ändret sich die Ansicht im Arrangement-Fenster. Nun kann man shcon in jedem Kanal nach Lust und Laune.

In Logic ist „Volume“ direkt aktiviert und mann kann einzelne Punkte in der Spur setzen, an dnen sich der Fader zukünftig orientiert. In Studio One muss man zudem im Kanal noch aus einer Auswahlliste „Volume“ auswählen, damit es losgehen kann.

Automation im Kanal

Und damit steigen wir schon direkt in die Beispiele ein. Denn natürlich sollte man Automation immer nur zielgerichtet einsetzen. Bei den Fadern nutze ich das gerne, um einzelne Spuren oder Busse im Mix dynamisch zu präsentieren.

Fader-Automation für immer lauter werdende Snare-Schläge

In Beispiel 1 erhöhe ich bei einer Reihe von Snare-Schlägen den Kanal-Pegel, um die Snare mit jedem einzelnen Schlag noch ein wenig lauter werden zu lassen. Das baut Spannung auf und führt zudem schön dynamisch zum nächsten Songteil hin.

Automation auf dem Bus

Im zweiten Beispiel route ich zunächst die Rhythmusgitarren, die im Panorama links und rechts außen stehen auf einen Bus. So kann ich nun beide über eine Fader-Automation des Busses gleichzeitig in der Lautstärke bearbeiten.

Die Rhythmus-Gitarren werden dynamisch im Mix lauter und leiser

Ich stelle zunächst im statischen Mix einen passenden Level ein. Mit diesem relativen Fix-Punkt kann ich nun in der Strophe die Gitarren leicht um 1 – 1,5 db absenken und so den Mix kleiner und ruhiger zu machen, im Refrain dagegen lege ich per Automation die 1- 1,5 db wieder drauf und habe so automatisch im Refrain mehr Power als in der Strophe!

Automation auf dem Master-Bus

Die Königsdisziplin ist Fader-Automation im Master-Bus. Auf diesem kommen alle Spuren und Busse zusammen, sodass hier auch der komplette Mix anliegt. Drücke ich im Master-Bus auf „mute“ sollte nichts mehr zu hören sein. Mit der Fader-Automation im Master-Bus kann ich nun meinen Song insgesamt dynamischer in Richtung „großes FINale im letzten Refrain“ ausrichten.

Dynamische Songstruktur mit Fader-Automation im Master- (oder Main-)-Bus

Ich starte in der Regel im Master-Bus mit der Einstellung -1 bis – 2 db. So kann ich über den Songverlauf in jedem Part (Strophe, Refrain) dynamisch gestalten. Beispielsweise

  • 1. Strophe – 1,5 db,
  • 1. Refrain – 0,9 db,
  • 2. Strophe -1,2 db,
  • 2. Refrain -0,6 db,
  • C-Teil -1 db,
  • letzte Refrains 0 db

Viel hilft viel bei Automation

Man kann eigentlich gar nicht genug automatisieren im Mix. Denn je mehr man davon Gebrauch macht, um so abwechslungsreicher klingt der Mix. Das müssen auch nicht immer die krassen Pegel-Unterschiede sein. Oft sind es subtile Kleinigkeiten, die eine gewisse Raffinesse in den Mix zaubern. Ich habe auch an dieser Stelle schon mal genauer darüber geredet, also klick gerne rein oder such in meinen Beiträgen einfach nach Automation. Und nun trau Dich und setz Deiner Kreativität beim Automatisieren keine Grenzen.

https://youtu.be/GlygqSd1BIY
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