Es ist sicherlich auch historisch bergündet, dass tiefe Frequenzen in die Mono-Mitte des Mixes gehören (siehe Vinyl-Schallplatte und ihre Erstellung), aber auch ein psychoakustisches Phänomen ist dafür verantwortlich. Dieses sorgt nämlich dafür, dass wir tiefe Frequenzen unterhalb 109 – 120 hz nicht mehr in der Richtung orten können. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass man zum Beispiel im Kino speziell auf den Tiefbass spezialisierte Lautsprecher – nämlich Subwoofer – bauen und so den kleineren Boxen eine Menge Arbeit ersparen konnte.

Ordnung ist der halbe Mix

Aber auch im Heimstudio sollten wir diese Regel beachten und unsere tieffrequenten Mix-Kandidaten möglichst in der Mitte platzieren. Die Rede ist hier vor allem von Bass und Bassdrum. Aber auch Synthesizer , Percussion, Vocals oder Gitarren können durchaus Frequenzen mitbringen, die unterhalb von 100 hz liegen. Damit diese nun den Mix nicht an den Seiten „vollmüllen“, gibt es zum Beispiel von der PlugIn-Alliance den BX-Control, der als eines seiner zahlreichen Features den „Mono-Maker“ mitbringt. Mit diesem kann man einfach eine Trennfrequenz einstellen, unterhalb derer alle Signalanteile rigoros in die Mono-Mitte geleitet werden. Der Mix wird dadurch in der Regel druckvoller, klarer und insgesamt aufgeräumter.

Und ohne Spezial-PlugIn?

Hier muss man unterscheiden zwischen Mix-Phase und Nachbearbeitung im Rahmen eines Masterings, auch wenn das Prinzip gleich ist. Ich nutze bei der Nachbearbeitung die Möglichkeit, den zu bearbeitenden Song auf eine zusätzliche Spur zu duplizieren, sodass der Song nun doppelt vorliegt. Damit dieser dadurch nicht nur doppelt so laut wird, lade ich in die eine Spur einen (im Idealfall phasenlinearen) EQ, der mit einem HiCut allles oberhalb von 90 – 100 Hz abschneidet und auf der anderen Spur einen (phasenlinearen) EQ, der mit einem LowCut alles unterhalb von 90-100 hz abschneidet. Nun kann ich die beiden Anteile des Mixes separat bearbeiten und füge diese anschließend auf einem gemeinsamen Bus wieder zusammen. Erstens kann ich dadurch unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, zum anderen kann ich aber nun mit einem ganz normalen Mix-Tool (in Studio One) oder Gain-PlugIn (in Logic Pro X) den Low-Kanal auf Mono stellen.

Fix it in the Mix

In der Mixphase ist das Ganze zwar etwas komplizierter, aber das Prinzip bleibt gleich. Zu diesem Zweck leitet man nur seinen Gesamtmix nicht direkt auf den MasterBus, sondern zunächst gleichberechtigt auf zwei weitere Busse, die dann wie oben beschrieben mit EQs in ihre Frequenzbereiche aufgeteilt und dann erst auf dem MasterBus wieder zusammengeführt werden. Die dann folgende Bearbeitung entspricht der oben genanten. Also, ein wenig aufwendiger, aber dennoch leicht nachzumachen. Viel Spaß und vor allem viel Erfolg damit!

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