Homerecording, Mix-Praxis
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#16 | 30 Tage, 30 Tips – Fette Akustikgitarre im Mix

Wäre es nicht wünschenswert, dass jedes Instrument im Song auch so klingt, wie man es im Ohr hat? Zum Beispiel die Akustikgitarre, mit der der Song beginnt. Eine Akustik sollte ja rund, voluminös und gleichzeitig seidig mit schönem Plektrumgeräusch klingen – dabei aber nicht zu nasal und mittig. Im Prinzip ist das alles auch kein Problem, aber rund und voluminös schon, denn alle Frequenzen, die für diesen Sound sorgen, kommen spätestens wenn Bass und Schlagzeug einsetzen genau diesen in den Weg.

Aber manchmal müssen die Dinge ja gar nicht so sein, wie sie scheinen. Wenn der Song zum Beispiel mit einer Akustikgitarre anfängt, kann man diese durchaus so lange fett klingen lassen, wie sie alleine spielt. Kommen aber Bass und Bassdrum zum Mix hinzu, schaltet man einfach per Automation einen weiteren EQ dazu, der vor allem im Bass und unteren Mittenbereich alles wegfiltert, was den eigentlich basshaltigen Instrumenten in die Quere kommen kann und was soll ich sagen – es wird keinem Zuhörer auffallen, dass die Gitarre plötzlich deutlich dünner geworden ist, denn das würde man nur hören, wenn man sie solo abhört. Bass und Kick überdecken quasi die nun fehlenden Frequenzen – sehr praktisch, nicht wahr?

Und das ist die allgemeine Quintessenz dieses Tips und gilt sowohl für Akustikgitarre, wie auch für alle anderen Spuren: Wichtig ist nicht, wie das Instrument oder die Stimme solo klingt, wichtig ist nur der Sound im gesamten Mix, und wenn der so klingt, wie wir das Instrument im Ohr haben, dann ist der Solo-Sound herzlich egal!

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