Gerade im Projekt- oder Homestudio ist die Aufnahme eines echten Schlagzeugs eher ungewöhnlich. Das liegt sicher zunächst einmal an den schieren Dimensionen eines ausgewachsenen Drumsets, aber zum Teil auch daran, dass in der Audiowelt immer noch der Gedanke rumgeistert, dass gerade der Raum wichtig für den Sound eines Schlagzeugs ist und dieser spezielle Raum ist nunmal zumeist in größeren Locations zu finden.

Und so richtig das im großen Studio ist, so ist es im Heimstudio Quatsch, denn ähnlich einem Gesang, den wir trocken in der schalltoten Kabine aufnehmen und in eine Kathedrale stellen können, so können wir das mit einem Drumset, das wir im Close-Mic-Verfahren aufgenommen haben, auch. Und trotzdem empfehle ich bei Drumaufnahmen immer auch ein Raummikrofon aufzunehmen, egal wie klein der Raum ist und egal wie bescheiden das Mikrofon ist. Und ist der Raum wirklich zu klein, stellt das Mikro einfach in den Flur und lasst die Tür beim Einspielen offen!

„Warum?“ wirst du zu recht fragen, vor allem wenn die Qualität sowohl von Mikro als auch Raum-Informationen eher unterdurchschnittlich ist. Die Antwort ist genau so einfach: „Weil wir es können!“. Denn seit wir nicht mehr auf Band sondern auf Festplatte aufnehmen, kostet eine zusätzlich aufgenommene Spur nichts extra und im Mix hat man damit speziell im Refrain, aber auch zur generellen Soundgestaltung ein weiteres Hilfsmittel zur Hand, das man nicht unterschätzen sollte. Wie das klingen kann, zeige ich im neuen Video.

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