Impulse-Antworten sind etwas Schönes. Man geht zum Beispiel in einen Raum, der einen tollen Nachhall hat, und klatscht in die Hände. Prompt antwortet der Raum auf den Klatsch-Impuls mit seinen vielen Reflexionen in Form eines Nachhalls. Wenn man diesen Vorgang zum Beispiel mit einem handelsüblichen Fieldrecorder aufnimmt,  anschießend in einem Sample-Editor wie Audacity zuschneidet und als unkomprimiertes WAV- oder AIFF-File speichert, hat man nicht nur eine tollen Klatscher aufgenommen, sondern hat damit quasi den akustischen Fingerabdruck des Raumes archiviert.

Toll, und wofür ist das gut?

Mit dieser Impulse Antwort (oder englisch Impuls Response, kurz IR) kann man nun mithilfe spezieller PlugIns, die in der Regel heutzutage in der DAW mitgeliefert werden, diesen Fingerabdruck reproduzieren und auf sein eigenes Audiomaterial übertragen. So kann man zum Beispiel ganz einfach einer trockenen Sprachaufnahme den Raum-Eindruck des eigenen Wohnzimmers, der örtlichen Stadthalle oder auch der Carnegie-Hall verpassen – zumindest wenn man in in die letzten beiden für einen kurzen ungestörten Klatscher mal hineinkommt!

Zu diesem Zweck lädt man das PlugIn, welches in Studio One 3 „Open Air“ und in Logic Pro X „Space Designer“ heißt, einfach die eigene IR rein und schon kann man mit dem Mix-Regler den Hallanteil des selbst erzeugten Raumes beimischen. Einfacher geht´s nicht!

Natürlich ist das Ganze nicht auf Gesang beschränkt. Sagen wir mal, du hast als Moderator eines Filmes in einem Parkhaus etwas falsch gesagt, das Du zuhause noch mal stimmig nachbessern möchtest. Die Stimme, die Du zuhause aufnimmst, wird nie so klingen, wie die aufgenommene Stimme im Video. Wenn Du Dir aber eine Impuls Antwort von dem  Parkhaus aufgenommen hast, kannst du mit der oben beschriebenen Methode zumindest grundsätzlich noch mal den Parkhaus-Charakter in die neu aufgenommen Stimme einbauen. Praktisch!

Let´s play the guitar

Aber als wenn das noch nicht genug wäre, kann man das Prinzip der Impuls Antworten auch noch auf ein ganz anderes Feld übertragen. Es gibt nämlich im Internet eine große Gemeinde, die Impulse-Antworten von Gitarren-Kabinetts aufgenommen haben. Dazu wurden kurze Impulse durch Gitarren-Boxen geschickt, mit einem bestimmten Mikro an einer bestimmten Position wieder aufgenommen, und wenn man diese IR jetzt in „Open Air“ oder „Space Designer“ lädt, und hinter einen Software-Verstärker ohne Speaker-Simulation schaltet, bekommt man eine Eins-A-Replik des ursprünglichen Kabinetts abgebildet. Mehr geht nicht!

Im aktuellen Video führe ich dieses wirklich einfache Procedere noch mal genau vor und wünsche Dir nun viel Spaß beim Experimentieren. Und wenn Du eine ganz außergewöhnliche IR aufgenommen hast, teil sie doch mal mit uns bei Facebook oder per Link unter diesem Artikel 🙂

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