1 Mikro, 1 Song
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1 Mikro, 1 Song – Bass aufnehmen und Mischen | Folge #03

Puh, das Schwierigste ist geschafft, denn ein Mikro für ein ganzes Drumset ist doch recht wenig. Da erscheint eine Bassaufnahme geradezu als Klacks: Kabel in den Bass, die andere Seite vom Kabel ins Interface und schon kann man einen ne flotte Weise auf die Festplatte drücken. Und so ist es auch, aber was dann?

Klingt …. geht so

Immerhin hat man so schon mal das rohe Signal auf der Platte und muss es „nur“ noch bearbeiten. Der Bass ist als Instrument dabei aber manchmal bockiger, weil dynamischer als man denkt. Kaum jemand spielt so gleichmäßig, dass keine Nachbearbeitung nötig wäre, aber noch schlimmer wird es, wenn einem mal ein Ton so richtig ausrutscht. Denn im Gegensatz zu einer Gitarre sind die Seiten einer Bass-Gitarre so dick, dass schon mal richtig Energie auf der Spur landen kann, wenn man  im Eifer des Gefechtes mal etwas zu feste in die Saiten drückt. Also beim Aufnehmen am besten schon auf genügend Headroom achten und nicht mit aller Gewalt möglichst nahe an 0 db pegeln.


Doppelt hält besser

Ich habe mir nun in letzter Zeit angewöhnt, beim Bass Low-End und Hi-End separat zu bearbeiten. Den Bass möchte ich dabei im Bassbereich möglichst undynamisch und fett haben, damit ein solides , durchgängiges Bassfundament im Song ist. Aber im restlichen Frequenzbereich mag ich es gerne etwas griffiger und dreckiger. Daher lege ich mir zunächst von der Bassaufnahme noch eine exakte Kopie an und habe damit zwei Spuren zum Spielen. Die eine beschneide ich so mit dem EQ, dass alles bis 140 hz zu hören ist (BassLo) und die andere Spur so, dass alles oberhalb 140 hz  erklingt (BassHi).

Best of both worlds

Bass Lo wird nun mit einem Kompressor richtig zusammengestaucht, sodass der Bass schön gleichmäßig und ohne starke Transienten das Fundament legt. Den Attack wähle ich zu diesem Zwecke sehr schnell und das Release eher langsam. Kompressionsverhältnis 4: 1 oder sogar 8:1 und dann mit dem Threshold so, dass bis zu 12 db komprimiert werden. Nun noch mit dem MakeUp-Gain die „verlorenen“ 12 db wieder aufholen und schon haben wir das Fundament. Ein EQ beseitigt störende Resonanzen und kann dabei auch schon ein wenig Platz für die Bassdrum schaffen.

BassHi bekommt nach dem LowCut-EQ erst mal eine Ampsimulation mit tüchtig Dreck und Zerre. Das produziert schöne Obertöne und sorgt dafür, dass der Bass auch auf kleineren Systemen gut zu hören ist – zumindest wenn man das will. Sonst dreht man den BassHi hinterher einfach nach Geschmack etwas leiser. Nun mit einem Kompressor die Dynamik einfangen und dabei gerne ein langsameres Attack, damit die Anschlags-Transienten gut durchkommen und das ganze schön knackig klingt. Mit einem mittleren Release das Signal dann wieder einfangen. Bei einer Ratio von 4:1 und einer Kompressioin im Bereich 4- 8 db wird auch hier schon kräftig zugegriffen, aber dafür ist die Lautstärke dann auch durchgängig und gleichmäßig.

Endlich wächst zusammen, was zusammen gehört

Beide Signale leite ich dann auf den „Bass komplett“-Bus und kann hier mit EQ und Kompression noch ein wenig nachbearbeiten – fertig. Das Ganze gibt´s natürlich wie immer im Video zu sehen und wenn Ihr mögt zum selber-schauen in der Session für zuhause, die Ihr hier bekommen könnt: https://recording-blog.com/die-komplette-studio-one-3-session-der-1-mikro-1-song-challenge

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