Mix-Praxis
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#06 | 30 Tage, 30 Tips – Schlechte Lautsprecher im Studio

Warum zum Teufel sollte man sich schlechte Lautsprecher ins Studio holen? OK, ich meine natürlich nicht, dass man  nur schlechte Lautsprecher  haben sollte, aber mindestens ein Paar oder noch besser nur einen Mono-Speaker. Denn im Gegensatz zu tollen Studiomonitoren á la Neumann KH-120 und haben diese schlechten Speaker wie zum Beispiel ein Auratone 5C oder Behritone C50A zwei Vorteile: Sie bieten in der Regel keine Bässe, die beim Mixen ablenken könnten, und zum anderen sind sie wie so viele Alltags-Hörsituationen sehr mittenlastig.

„Warum sind das Vorteile?“ könnte man fragen, denn das klingt doch erst mal nicht schön. Das stimmt, schön ist das nicht, aber Bässe können durchaus ein paar Schwächen im Mix überdecken und wenn der Mittenbereich unausgeglichen ist, wird der Mix auch nie in allen denkbaren Hörsituationen gut klingen. Und diese sind sehr vielfältig und reichen vom Handy über das Radio, den Supermarkt und das Auto bis zur fetten Anlage in der Disco. Um überall gleich gut zu klingen, muss der Mittenbereich also ausgeglichen klingen und das schafft man nur mit einem Speaker, der diesen Bereich auch richtig repräsentiert – und das sind nun mal schlechte Speaker (oder wie man im Englischen sagt: Crap-Speaker).

Im Idealfall ist dieser sogar Mono, so kann man sogar noch alle Schwächen im Stereo-Mix identifizieren und gleich mit beseitigen. Denn ein Crap-Speaker ist nicht nur schonungslos bei den Mitten! Monoeingesetzt deckt er auch gnadenlos Phasenprobleme auf, die man in Stereo und auf „schönen“ Monitoren nicht bemerken würde.

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